Gezi Park: Polizei setzt erneut Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten ein

Der friedlichen Wiedereröffnung des Istanbuler Gezi Parks folgten am vergangenen Montagabend erneut Szenen der Gewalt. Nach nur wenigen Stunden musste die Anlage auf Grund der Ankündigung neuerlicher Proteste geschlossen werden. Die Polizei ging abermals mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

Die Freude währte am vergangenen Montag nur kurz: Nur ein paar Stunden nach seiner Wiedereröffnung, wurde der Istanbuler Gezi Park erneut geschlossen. Abermals kam es dann zu Zusammenstößen zwischen der türkischen Polizei und Demonstranten. Die Beamten gingen mit Tränengas und Wasserwerfern vor.

Die Behörden handelten schnell. Nachdem der Park in den vergangenen Wochen umfassend wieder instand gesetzt wurde (mehr hier), sollte nun eine neuerliche Kundgebung, organisiert von der „Taksim Solidaritäts Plattform“, stattfinden. Hunderte Menschen mussten das Gelände darauf hin noch vor dem Beginn der Proteste wieder verlassen.

Zusammenstöße bis spät in den Abend

Dann, so berichtet Reuters, setzte die Polizei Wasserwerfer ein, um eine Menge von mehreren tausend Menschen auseinander zu treiben, die entlang der Haupteinkaufsstraße in Richtung Taksim-Platz, wo sich auch der Park befindet, unterwegs waren. Erst am Montag hatte sich der Menschenrechtskommissar des Europarats, Nils Muiznieks, zu Wort gemeldet und gefordert, dass die übermäßige Anwendung von Gewalt während der Gezi-Park-Proteste nicht ungestraft bleiben dürfe (mehr hier).

Die Zusammenstöße im Taksim-Viertel dauerten bis spät in den Abend an. Wiederholt setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein, die sich in die Seitenstraßen flüchteten. Kurz vor Mitternacht, so die türkische Zeitung Hürriyet, sei der Gezi Park schließlich wieder geöffnet worden.

80 Personen verhaftet, einer schwer verletzt

Wie ein Sprecher der „Taksim Solidaritäts Plattform“ mitteilte, sollen die Sicherheitskräfte mehr als 80 Personen festgenommen haben. Ein Demonstrant soll ernsthafte Verletzungen davongetragen haben. Er habe eine Gehirnblutung erlitten und werde in einem nahe gelegenen Krankenhaus behandelt.

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