Ramadan 2013 in Deutschland: Muslime und Christen sind gemeinsam gefordert

In ihren Grußbotschaften zum Ramadan 2013 wenden sich die Evangelische und Katholische Kirche nicht nur an die Muslime, sondern appellieren auch an alle Christen in der Bundesrepublik. Vertreter beider Glaubensrichtungen verweisen auf die verbindenden Elemente und fordern zu gemeinsamer Fürsorge und Einsatz für die Religionsfreiheit auf.

Gemeinsame Fürsorge für die Mitmenschen und ein geschlossener Einsatz für die Religionsfreiheit: Mit diesen Botschaften haben sich die Evangelische Kirche Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz zum Ramadan 2013 zu Wort gemeldet. Beide Institutionen haben in ihren Grußbotschaften nicht nur die Menschen in Deutschland im Blick.

Gemeinsamer Leitgedanke: Barmherzigkeit

Bereits am Vorabend des Ramadan hat sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, an die hierzulande lebenden Muslime gewandt. Zu Beginn des Heiligen Fastenmonats wünschte er im Namen der katholischen Kirche nicht nur Gottes Segen, sondern stellte auch die „gemeinsame Tradition des Fastens“ heraus.

Gerade solche besonderen Zeiten des religiösen Lebens, Zollitsch „erinnern an die kostbare Überzeugung, die Christen und Muslime im Glauben miteinander verbindet: Gott fordert von uns Fürsorge für unsere Mitmenschen.“ Diese zeige sich, indem sich der Mensch mit dem Notleidenden, in diesem Jahr besonders mit jenen im Nahen und Mittleren Osten, identifiziere.

Besonder Syrien braucht Unterstützung

Wesentlich für Muslime und Christen ist der Gedanke der Barmherzigkeit. So stünden den christlichen Überzeugungen ähnliche islamische Überlieferungen zur Seite. Sein Appell zum Ramadan 2013 lautet daher:

„Wir alle sind aufgerufen, angesichts der vielen Leiden, bedingt durch Krankheit, Hunger, Kriege und Katastrophen, stets wachsam zu sein für die Bedrängnisse unserer Mitmenschen, die der tätigen Hilfe und des Gebetes bedürfen.“

Heraus griff der Geistliche den seit März 2011 andauernden Konflikt in Syrien (mehr hier). Dringend notwendige humanitäre Unterstützung müsse hier so erfolgen, dass sie die Not der Menschen lindere, ohne den Konflikten zwischen religiösen und ethnischen Gruppen weitere Nahrung zu geben.

Deutschland braucht Begegnungen

Dem schließt sich auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, an. In seinem Grußwort zum Ramadan, das bereits am Montag an die Moscheevereine übermittelt wurde, stellt er allerdings den Einsatz für die Religionsfreiheit heraus (mehr hier). Dieser sei eine wichtige gemeinsame Aufgabe von Christen und Muslimen:

„Unser aller Aufgabe besteht darin, dabei mitzuhelfen, dass diese staatlich garantierte Religionsfreiheit auch im täglichen Zusammenleben immer wieder neu Gestalt annimmt und auch im Fühlen, Denken und Handeln der Menschen ihren Platz findet.“

Lobende Worte fand Schneider in diesem Zusammenhang für die Kirchengemeinden und Moscheevereine in Deutschland. Er dankte all jenen, die in diesen Tagen die Türen ihrer Moscheen, Häuser und Gemeinden auch für Menschen öffnen würden, die einer anderen Religion angehörten. Gute Nachbarschaft, so Schneider weiter, brauche solche Begegnungen und unsere Gesellschaft brauche gute Nachbarschaft.

Die Evangelische Kirche baue „auf den fortgesetzten kontinuierlichen und konstruktiven christlich-islamischen Dialog in unserem Land.“ Viel sei gewonnen, wenn Christen und Muslime erkennen würden, dass es derselbe Durst nach Leben und derselbe Hunger nach Gerechtigkeit sei, der sie verbinde.

Wie Erzbischof Dr. Robert Zollitsch gilt jedoch auch seine Sorge den Menschen in den Krisengebieten dieser Welt. „Unsere Sorge und Fürbitte gilt allen Ländern, in denen Menschen ihre Religion nicht frei und ungestört ausüben können, in denen Gewalt und Angst den Alltag bestimmen.“

In der Ramadan-Botschaft der DITIB heißt es hierzu, dass der Ramadan „uns auch wieder die schönsten Gelegenheiten der Solidarisierung untereinander, der gegenseitigen Hilfe“ biete.

„Auszugeben von dem, mit dem Allah uns versorgt hat und damit für sich zu erfüllen den Gottesdienst des Spendens auf dem Weg Allahs und gleichzeitig zu erfreuen die Bedürftigen. Aufzuzeigen die besten Beispiele der Großherzigkeit, der Gastfreundschaft und des Teilens an den allabendlichen Iftar-Tischen, wenn Gäste geladen sind zum gemeinsamen Fastenbrechen.“

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