NSU-Prozess: Carsten S. fühlt sich mitverantwortlich für Morde

Der NSU-Angeklagte Carsten S. fühlt sich mitverantwortlich für die Morde des NSU-Trios. Er soll die Tatwaffe besorgt haben und ist bisher auch der Einzige, der sich bei den Hinterbliebenen der NSU-Opfer entschuldigt hat.

Der NSU-Angeklagte Carsten S. will sich in Bezug auf die NSU-Morde nicht aus der Affäre ziehen. Ihm wird Beihilfe zum neunfachen Mord vorgeworfen. Er soll die Tatwaffe besorgt haben, mit der Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt die Morde begingen. Carsten S. ist auch bisher der einzige Angeklagte gewesen, der sich bei den Hinterbliebenen der NSU-Opfer offen entschuldigt hat.

„Ich kann nicht ermessen, was Ihren Angehörigen für unglaubliches Leid, Unrecht angetan wurde (…) Ich wollte Ihnen mein tiefes Mitgefühl ausdrücken“, zitiert ihn Deutschland Radio. Ob seine Entschuldigung womöglich ein taktischer Schachzug vor Gericht ist, wird im Verborgenen bleiben.

Im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess soll es landesweit zu mehreren rechtsradikalen Angriffen und Anschlägen gekommen sein. Unter den Anschlagszielen finden sich, neben Moscheevereinen und Denkmälern für die NSU-Opfer und Opfer des Nazi-Regimes, auch eine Reihe von „Vereinen und Initiativen, die sich gegen die rechtsextreme Szene engagieren“. Dazu gehören neben der Islamischen Gemeinde in Düren, der IGMG-Moschee in Osnabrück, beispielsweise auch der Bayerische Flüchtlingsrat in München (mehr hier).

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