Beschränkung im Ramadan: Indonesiens Moscheen müssen leiser werden

Mit dem Start des heiligen Fastenmonats müssen sich offenbar auch die indonesischen Moscheen umstellen. Um die Anwohner während dieser Zeit nicht zusätzlich zu stören, sollen sie nun den Einsatz ihrer Lautsprecher überdenken. Geboten scheint das allerdings nicht nur während des Ramadans.

Rund 800.000 Moscheen zählt das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit. Und während des Ramadans scheinen diese noch einmal richtig aufzudrehen. Lautstark werden in Indonesien ab den frühen Morgenstunden Koranverse in den Himmel geschickt. Doch nicht zur Freude aller.

Der hiesige Moscheenrat, eine unabhängige Vereinigung, in der sich viele Moscheen des Landes befinden, soll nun darum gebeten haben, den Einsatz der Lautsprecher wieder etwas zurückzufahren. „Die Moscheen sind während des Ramadans immer lauter, deshalb haben wir sie darum gebeten, die Verwendung ihrer Lautsprecher zu begrenzen“, zitiert die Hürriyet denstellvertretende Leiter des Rates, Masdar Masudi.

Kurzer Gebetsruf ist kein Problem

Während des Ramadans würden die Moscheen mit ihren Aktivitäten früher als sonst beginnen, indem sie die Menschen zum morgendlichen Sahur riefen. Nach Ansicht von Masudi sei es durchaus akzeptabel, wenn die Lautsprecher für einen kurzen Gebetsruf genutzt würden. Doch darüber hinaus sollte der Einsatz limiert werden. In der Türkei gab es im vergangenen Jahr hingegen Bestrebungen, den Ruf zum Sonnenaufgang durch Trommler neu zu beleben (mehr hier).

„Eine ruhige Atmosphäre ist sehr wichtig, damit Muslime während dieses heiligen Monats ihre religiösen Pflichten feierlich ausüben können“, so Masudi. Er hoffe allerdings, dass die Moscheen auch über diese Zeit hinaus ihre Lautsprecher weniger einsetzen würden.

Keine Predigten mehr über Lautsprecher

Und in der Tat: Neu ist die Forderung des Moscheenrats nicht. Bereits in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Aufforderungen dieser Art, da sich Anwohner der Stätten beschwert hatten. Doch bisherige Bemühungen in diese Richtung waren von wenig Erfolg gekrönt.

Bereits Ende Mai dieses Jahres wurde bekannt, dass der Moscheenrat generell Predigtübertragungen per Lautsprecher verbieten will. Diese, so berichtet CIBEDO, sollten künftig nur noch für den Ruf zum Gebet benutzt werden. Wie immens der Lautsprechereinsatz in Indonesien wäre, verdeutlichte der Präsident des Rates, Jusuf Kalla, demnach bereits im Jahr zuvor im Rahmen einer Ansprache vor dem Rat der Ulema, der höchsten islamischen Autorität Indonesiens. „In keinem anderen Land der Welt ist der Ruf zum Gebet so ohrenbetäubend wie hier in Indonesien.“ Wenn die Moscheen einen Wettbewerb veranstalten wollten, sollten sie das „mit der Qualität ihrer Gebete tun statt durch das Volumen ihrer Lautsprecher“, zitiert ihn das Medium.

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