Cenk Akyol nicht im Basketball-Nationalteam: Ist die Gezi Park-Debatte schuld?

Die Türkei hat ihren Kader für die EuroBasket verkündet. Nicht mit dabei ist der Galatasaray-Player Cenk Akyol. Die Gerüchteküche brodelt. Hat die Entscheidung etwas mit den Leistungen des 26-Jährigen zu tun? Oder vielleicht doch eher mit einer kürzlichen Begebenheit im Zusammenhang mit den Gezi Park Protesten?

Cenk Akyol tritt nicht im türkischen Nationalteam bei der EuroBasket vom 4. bis 22. September 2013 in Slowenien an. Die Spekulationen kochen hoch, dass diese Entscheidung nichts mit sportlichen Faktoren, sondern eher mit dem jüngsten Verhalten des Basketballers zu tun haben könnte.

Zugetragen hat sich der zur Diskussion stehende Vorfall bereits im vergangenen Monat. Akyol hatte sich geweigert, nach dem fünften und alles entscheidenden Spiel gegen Banvit in der Beko Basketball League mit dem TV-Sender NTV zu sprechen. Interpretiert wurde das anschließend als Reaktion auf die Berichterstattung des Senders über die Gezi Park-Proteste.

Akyol, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, habe sich das Mikrofon von NTV aus einem ganzen Bündel an TV-Mikrofonen herausgegriffen und erklärt, dass er keine Fragen beantworten würde, solange dieser Sender dabei wäre.

Nachdem dann Gerüchte laut wurden, dass er nicht für den Kader der Nationalmannschaft nominiert worden sei, gesponsert übrigens von der Garanti Bank, die auch den besagten Sender betreibt, sei in den Sozialen Netzwerken eine Welle der Solidarität losgetreten worden.

Aus der Sicht von Teammanager Harun Erdenay stellt sich die Situation allerdings völlig anders dar. Er, so heißt es weiter, verweise auf Probleme zwischen Trainer Bogdan Tanjevic und Akyol. Eine befriedigende Erklärung für die Fans gibt es bisher aber offenbar nicht. Immerhin: Bei Galatasaray gehört Akyol zur Stammbesetzung, spielte beim Erfolg der vergangenen Saison mit durchschnittlich 9,2 Punkten eine Schlüsselrolle.

RTÜK straft mehrere TV-Sender ab

Mehrmals hat der Oberste Rat für Hörfunk und Fernsehen in der Türkei (RTÜK) in den vergangenen Wochen türkische TV-Sender für ihre Protestberichterstattung abgestraft und teils empfindlichen Strafen verhängt. Betroffen waren in einer zweiten Welle Ulusal TV und Beyaz TV (mehr hier). Zuvor traf es die  TV-Sender Halk TV, Cem TV, EM TV und schon einmal Ulusal TV (mehr hier).

NTV hingegen hatte in Sachen Protest-Berichterstattung Selbstzensur betrieben. Einverstanden sollen damit noch nicht einmal die eigenen Mitarbeiter gewesen sein. Einige sollen im Anschluss gekündigt haben.

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