Leere Ränge bei der U20-WM: Böses Omen für Olympia 2020 und die Euro 2024?

Die am kommenden Samstag zu Ende gehende U20-Fußballweltmeisterschaft in der Türkei hat offenbar kaum Zuschauer gelockt. Das ernüchternde Ergebnis ruft jetzt auch die FIFA auf den Plan. Die leeren Ränge könnten sich auch auf die Chancen des Landes auswirken, künftige Großveranstaltungen dieser Art auszutragen. Besonders im Blick sind dabei Olympia 2020 und die Euro 2024.

An diesem Samstag ist es soweit: Das Finale der FIFA U20-WM in der Türkei sowie der spannende Kampf um Platz drei stehen an. Mitbekommen werden das vermutlich nur die wenigsten. Das zweitgrößte Turnier der FIFA konnte kaum Zuschauer hinter dem Ofen hervorlocken. Ein schlechtes Omen für künftige Mega-Events.

Schlechtes Ergebnis in 36-jähriger Historie

Mehr als 50 Spiele trugen die insgesamt 24 Jugendmannschaften aus allen Teilen der Welt aus. Doch nur 5,230 Gäste verirrten sich in die türkischen Stadien, um die jungen Talente anzufeuern. Das, so berichtet der Times Colonist, sei das schlechteste Ergebnis in der 36-jährigen Geschichte des Wettbewerbs. Dabei dachte man eigentlich, dass es nach dem miserablen Ergebnis in den Niederlanden vor acht Jahren, als nur 9,667 Zuschauer kamen, gar nicht mehr schlechter gehen könnte.

Jim Boyce, Vizepräsident des FIFA-Exekutivkomitees, bezeichnete die vielen leeren Plätze in der Türkei als „negativen Punkt“. Die Türkei habe bewiesen, dass sie eine solche Veranstaltung sehr gut organisieren könne. Er hoffe, dass die Zuschauerzahlen sich nicht negativ auf die Zukunft auswirkten. Enttäuschend seien sie aber dennoch.

Kostenlose Tickets konnten nicht locken

Zufrieden geben will man sich in der Türkei mit diesem Ergebnis allerdings nicht. Servet Yardimci, Leiter des türkischen Organisationskommittees, hat bereits eine Untersuchung angekündigt. Schon jetzt arbeite man daran herauszufinden, wie es zu diesem „sehr enttäuschenden Ergebnis“ kommen konnte. Und das, obwohl man Kindern und Familien sogar kostenlose Tickets zukommen ließ. Dafür, so Yardimci, müsse es einen Grund geben und aus diesem wolle man für die Zukunft lernen.

Vor dem Anpfiff der U20-WM am 21. Juni gab sich Yardimci noch optimistisch. Das 23-tägige Turnier sei ein Vorzeigeprojekt für das Land. Damit könne man zeigen, dass die Türkei das Potential für weiterer Großveranstaltungen hätte. Dass hier auch das zahlreiche Kommen der Zuschauer von wesentlicher Bedeutung ist, stellte er schon dabei heraus. Dass die aktuellen Zahlen nun auch Auswirkungen auf die Olympia-Bewerbung oder die Euro 2024 haben könnten, ist ihm durchaus bewusst.

In Istanbul gibt sich das Olympia-Kommittee derweil gelassener. Andere aktuelle Großveranstaltungen dieser Art, wie zum Beispiel die Mittelmeerspiele oder die Kurzbahn-Weltmeisterschaften, seien sehr gut besucht worden. Oftmals seien die Spielstätten sogar ausverkauft gewesen. Dass das auch bei den Olympischen Spielen 2020 so sein wird, dafür könne man garantieren. Auch die Proteste konnten die Herren nicht beirren (mehr hier).

U20-WM 2013: Spannende Spiele, viele Tore

Vielleicht, so Yardimci, sind die niedrigen Zuschauerzahlen ja auch auf eine eigentliche Art der türkischen Fußballfans zurückzuführen. Diese würden lieber ihren eigenen Club unterstützen, als das Fußballspiel generell. Die Türkei selbst wurde relativ früh aus dem Turnier gekickt (mehr hier).

Am Ende der U20-WM will aber auch er eine ansonsten positive Bilanz ziehen. Insgesamt sei der Fußball der Gewinner des Turniers gewesen. Es habe fantastische Begegnungen und Tore in letzter Minute gegeben. Durchschnittlich 2.98 Mal sei pro Spiel getroffen worden. Vor allem den Trainer gebühre hier großes Lob. Sie hätten ihre Mannschaften ermutigt, echten Fußball zu spielen. „Die Leute, die nicht gekommen sind, haben etwas verpasst.“

Am kommenden Samstag tritt Frankreich im Finale gegen  Uruguay an. Anpfiff ist um 20.00 Uhr Ortszeit. Bereits um 17.00 Uhr wird der Kampf um Platz drei ausgetragen.

Hier geht’s zum gesamten Spielplan.

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