Hamburg: Ausschreitungen zwischen Migranten und Beamten

Nach einer Auseinandersetzung zwischen der Hamburger Polizei und 150 Anwohnern des Stadtteils Altona sollen 16 Menschen verhaftet worden sein. Die Polizei soll zuvor im Viertel mit Laserpointern geblendet worden sein. Doch die Anwohner - mehrheitlich Migranten - berichten von ständigen Übergriffen der Polizei und willkürlichen Festnahmen.

Im Hamburger Stadtviertel Altona ist es zu schweren ethnischen Ausschreitungen zwischen der Polizei und 150 Anwohnern mit mehrheitlich muslimischem Migrationshintergrund gekommen. Insgesamt 16 Anwohner sollen festgenommen worden sein. Nach Angaben der Polizei sollen etwa 30 Jugendliche eine Polizeistreife mit Laserpointern geblendet haben.

Die Beamten sollen ausgestiegen sein, um die Jugendlichen zur Rede zu stellen. Die Jugendlichen sollen dann aggressiv geworden sein und die Polizisten angegriffen haben. „Es herrschte eine aggressive Grundstimmung“, zitiert das Hamburger Abendblatt einen Polizei-Sprecher.

Jeder ist verdächtig

Doch die Anwohner der Holstenstraße im Stadtteil Altona berichten von Polizei-Schikanen, die schon seit Wochen anhalten. Ein Vater sagt, dass die Schikanen durch die Polizei sich vor einer Woche verschärft hätten.

„Die Jugendlichen werden von der Polizei ständig begleitet. Gestern haben sie einen Jugendlichen mit Handschnellen festgenommen und auf den Boden gedrückt. Einer legte sein Knie auf seinen Kopf und der Andere hat zugetreten. Jeder Jugendliche, der hier spazieren geht ist verdächtig. Meine Junge ist heute spazieren gegangen. Ein halbe Stunde später ist er nach Hause gekommen und er hat mir erzählt: `Da waren ein Paar Polizisten mit Kameras hinter mir her. Bevor etwas passiert bin ich lieber nach Hause gekommen´.“

Ein Jugendlicher sagt, dass die Polizei zu einer Routinekontrolle kam. Die Situation eskalierte als die Polizei handgreiflich wurde. Die Polizei gehe unter dem Vorwand von Routinekontrollen radikal gegen Jugendliche vor. Es werden Arme ausgekugelt, Beine mit Schlagstöckern gebrochen und Pfefferspray benutzt.

Die Polizei muss auf die Menschen zugehen

„Das macht mich sprachlos. Das Problem ist, dass man nichts machen kann“, sagt ein Jugendlicher. Ein anderer Jugendlicher sagt, dass die Polizei aufhören solle mit willkürlichen Observationen und Kontrollen. Es werde auf „brutalste Weise“ geknüppelt.

Die Zivilpolizisten sollen versuchen einen Kontakt mit den Kindern aufzubauen. Es gebe keine Kontaktpersonen. Die Polizei solle sich mit den Eltern der Jugendlichen in Verbindung setzen und reden. Das sei sehr wichtig.

„Es wird geredet von Integration. Wir sind seit Jahren integriert. Ich komme gebürtig aus der Türkei aber ich fühle mich als Deutscher. Wir leben in einem Rechtsstaat aber so funktioniert das nicht. Ich weiß nicht wie lange das noch so weiterlaufen wird. Aber die Lage eskaliert“, so der Jugendliche.

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