Angst vor finanziellen Einbußen: Einzelhändler in Istanbul greifen Demonstranten an

Türkische Einzelhändler in Istanbul beschweren sich seit Wochen über hohe Verluste. Die Proteste und Ausschreitungen seien ausschlaggebend für die Misere. Am Samstagabend haben sie ihrem Unmut freien Lauf gelassen. Bei einer neuen Kundgebung der „Taksim-Solidaritäts-Plattform“ attackierten die Händler die Demonstranten.

In Istanbul haben türkische Einzelhändler Demonstranten der „Taksim-Solidaritäts-Plattform“ attackiert. Die Polizei schritt ein und brachte beide Gruppen auseinander. Die Kundgebung der Plattform war nicht genehmigt.

Ausgangspunkt der Attacke seitens der Händler soll die Angst vor finanziellen Verlusten gewesen sein. Die Händler hatten sich zuvor darüber beschwert, dass sie aufgrund der Proteste kurz vor dem Ruin stehen würden.

In den vergangenen Tagen ist es mehrmals zu verbalen oder körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Händlern und Demonstranten gekommen. Im Streitgespräch mit einem Aktivisten sagte ein Ladenbesitzer, dass er „schon seit 30 Tagen“ keinen Gewinn erzielt habe. „Ich muss meine Familie durchbringen. Was weißt du schon über das Leben?“, so der Händler.

Am Samstagabend ist es dann zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und Randalierern gekommen. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein, berichtet Haberturk.

Die Proteste in der Türkei, in Brasilien und in Ägypten werden offenbar anhalten. In allen drei Ländern gilt es auch auf die Wünsche der Demonstranten einzugehen (mehr hier).

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