Seyran Ateş: „Christenkreuz und Kopftuch sind nicht dasselbe“

Die Anwältin Seyran Ateş sagt: Zwischen Kopftuch und christlichen Symbolen gibt es keine Parallelen. Ein Kopftuchverbot in öffentlichen Einrichtungen sei richtig. Doch für ein konkretes Verbot des Kruzifix in Schulräumen steht sie nicht.

Das islamische Kopftuch ist in Deutschland nach wir vor umstritten. Es finden sich in der gesamten Islamdebatte sowohl Befürworter als auch Gegner des Kopftuchs. Zu ihren Gegnern gehört die Anwältin Seyran Ateş. Sie ist der Ansicht, „dass das Kopftuch in öffentlichen Räumen, gerade in Schulen, nichts zu suchen“ habe.

Ein Verbot des christlichen Kreuzes in Schulräumen unterstütze sie hingegen nicht. Das Kopftuch und das Kreuz seien nicht gleichzusetzen, sagt sie in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur.

„Das christliche Kreuz und die Buddha-Figur steht für mich für was ganz anderes. Wir können nicht das Kopftuch mit der Buddha-Figur oder mit dem Kreuz in einen Topf werfen. Das Kreuz betrifft Sie körperlich nicht persönlich als Mann oder als Frau, das Kopftuch weist Sie aber aus als ein Geschlecht, nämlich als Frau, das sich verhüllen soll, damit der Mann von sexuellen Lüsten getragen und … wie soll ich sagen?“.

Immer mehr Mädchen in Deutschland würden zum Kopftuch-Tragen gezwungen werden. Von einem möglichen freien Willen der Mädchen geht Ateş nicht aus. Doch es gibt immer mehr studierte Kopftuch tragende Musliminnen, die ihrem Lehrerberuf nachgehen möchten. Hier stellt sich die Frage, ob ein Kopftuchverbot einen Eingriff in die im Grundgesetz gegebene Berufsfreiheit bedeutet oder nicht?

Kopftuchdebatte in der Schweiz

Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Nachbarland Schweiz ist ein neuer Kopftuchstreit ausgebrochen. Zwei mazedonische Mädchen aus dem schweizerischen Kanton Thurgau hatten vor dem Verwaltungsgericht gegen das Kopftuchverbot an ihrer Schule protestiert.

Die Gemeinde wollte das nicht akzeptieren und zog vor das Bundesgericht der Schweiz. Doch auch dieses gab den Mädchen Recht. Sie dürfen weiterhin mit Kopftüchern in die Schule gehen (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Frankreich: Angriffe gegen Muslime nehmen zu
Streit um religiöse Kleidung: Oberstes Gericht bestätigt Verbot an russischen Schulen
Diskriminierung: Thüringer Tierschützer attackiert Kopftuchträgerinnen

 

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.