Razzien wegen Türkei-Proteste: Polizei nimmt linke Studenten fest

Die türkische Polizei hat in Istanbul insgesamt 30 mehrheitlich Studenten festgenommen. Sie sollen während der Massenproteste in der Türkei an „provokativen Aktionen“ beteiligt gewesen sein. Die Studenten erwarten Anklagen auf Grundlage der Anti-Terror-Gesetze. Alleine die Untersuchungshaft kann sich über einen Zeitraum von fünf Jahren erstrecken.

In der Türkei haben Anti-Terror-Einheiten der Polizei im Zuge von zeitgleichen Razzien insgesamt 30 mehrheitlich Studenten festgenommen. Es sollen 104 Wohnungen und Wohnheime untersucht worden sein.

Die Inhaftierten sind Mitglieder der kemalistischen „TGB“, der linken Jugendorganisation „Genç Umut“, der Studenten-Kollektive und der Volksbefreiungs-Partei (HKP) sein. Sie  sollen während der Massenproteste an „provokativen Aktionen“ beteiligt gewesen sein, berichtet Radikal.

Die Studenten und Jugendlichen werden nach den türkischen Anti-Terror-Gesetzen abgestraft. Amnesty International sagt, dass es auf der Grundlage der Anti-Terror-Gesetze häufig zu unfairen Prozessen käme. Alleine die U-Haft kann bis zu fünf Jahren dauern.

Trittbrettfahrer nutzen die Gelegenheit

Die Ende Mai begonnenen Proteste haben mittlerweile rund 2,5 Millionen Türken landesweit auf die Straßen getrieben. Nur in zwei türkischen Städten schlossen sich nach Angaben des Innenministeriums die Menschen den Demonstrationen nicht an. 79 andere erlebten teils große Protestaktionen.

Dass jedoch unter den Demonstranten auch Unruhestifter zu finden seien, davor warnte der freie Journalist und Autor Eren Güvercin schon zu Beginn der Auseinandersetzungen. „Trittbrettfahrer aus verschiedenen politischen Lagern, links bis rechts, heizen die Atmosphäre mit Falschinformationen und Fakebildern (Bilder vom Istanbul-Marathon etc) auf“ (mehr hier).

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