Gleichbehandlung: Bund vergibt erstmals Stipendien an leistungsstarke Muslime

Ab dem Wintersemester 2014/2015 wird das Avicenna-Studienwerk etwa 50 muslimische Studenten und Doktoranden mit Stipendien ausstatten. Das ist eine Neuheit in Deutschland. Denn bisher hatte es nur katholische- evangelische- jüdische und anderweitige Studienwerke gegeben. Die Bundesregierung sagt, dass ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichbehandlung unternommen wurde.

Das Bundesbildungsministerium (BMBF) wird in den kommenden vier Jahren den Aufbau des Avicenna-Studienwerks mit insgesamt sieben Millionen Euro unterstützen. Das neue Begabtenförderungswerk soll ab dem Wintersemester 2014/2015 50 leistungsstarke Studierende und Promovierende mit muslimischem Hintergrund fördern. Der Begriff Avicenna ist der latinisierte Name des „Vaters der modernen Medizin“, Ibni Sina.

Etwa drei Prozent der 2,5 Millionen Studenten in Deutschland sind Muslime, berichtet die Bundesregierung. Die Einrichtung des Avicenna-Studienwerks sei ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichbehandlung, sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

„In Deutschland gab es bislang 12 Begabtenförderungswerke. Sie haben politische, arbeitnehmer- oder wirtschaftsorientierte Ausrichtungen. Außerdem gibt es konfessionell ausgerichtete Studienwerke der katholischen und evangelischen Kirche und seit 2009 auch der jüdischen Glaubensgemeinschaft. Mit dem Avicenna-Studienwerk werden erstmals nun auch muslimische Hochbegabte gefördert. Alle Förderungswerke spiegeln die gesellschaftliche Pluralität in Deutschland. Der Bund fördert die Studienwerke mit 230 Millionen Euro jährlich“.

Auch die Mercator-Stiftung wird sich an der Förderung des neuen Studienwerks mit einer Summe in Höhe von einer Million Euro beteiligen, berichtet Der Tagesspiegel.

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