Religionsfreiheit: Polen hält an Schächtungsverbot fest

In Polen wird das Schächtungsverbot für Juden und Muslime weiter beibehalten. Das hat das polnische Parlament entschieden. Die jüdische Gemeinde in Polen ist unzufrieden mit dem Beschluss. Oberrabbiner Michael Schudrich schaut mit Pessimismus in die Zukunft der Juden Polens. Er plant von seinem Amt zurückzutreten.

Das polnische Parlament hat mit 222 zu 178 gegen einen Gesetzesvorschlag der Regierung gestimmt, wonach das Schächtungsverbot in Polen aufgehoben werden sollte.

Nun möchte die polnische Regierung die Entscheidung des Verfassungsgerichts abwarten. Das soll darüber entscheiden, ob das Verbot der Schächtung dem Recht auf freie Religionsausübung widerspricht. Von dem Verbot sind sowohl Juden als auch Muslime betroffen.

Die jüdische Gemeinde des Landes zeigt sich unzufrieden mit der Entscheidung des Parlaments, berichtet Deutschlandradio Kultur. Michael Schudrich, Polens Oberrabbiner, sagte der Jüdischen Allgemeine, dass er empört sei.

„Der vergangene Freitag wird in die Geschichte Polens eingehen als der schlimmste Tag für die polnisch-jüdische Diaspora in den letzten 30 Jahren (…) Wenn die Abgeordneten die Religionsfreiheit für die polnischen Juden und Muslime nicht wiederherstellen, werde ich von meinem Amt als Oberrabbiner zurücktreten (…) Ich kann nicht Oberrabbiner sein in einem Land, das die Juden verachtet.“

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sagt, dass sowohl den Juden und Muslimen „wichtige fundamentale Freiheitsrechte zur Ausübung ihrer Religion vorenthalten“.

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