Neuorientierung gen Asien: Erdoğans Chefberater will China Staatsanleihen anbieten

Yiğit Bulut, Erdoğans neuer Chefberater für Wirtschaftsfragen, möchte eine wirtschaftliche Neuorientierung der Türkei herbeiführen. Er bietet den Chinesen an, in türkische Staatsanleihen zu investieren. Parallel dazu soll die Türkei aus der EU-Zollunion austreten. Denn die EU stehe ohnehin kurz vor dem „Kollaps“.

Der neue Erdoğan-Berater für Wirtschaftsfragen, Yiğit Bulut, hält nicht viel von der EU-Perspektive der Türkei. Die EU stehe ohnehin vor dem Kollaps und werde in naher Zukunft keine Rolle mehr spielen.

Die Türkei befände sich auf einem guten Weg und werde als „Sieger“ hervorgehen. Die Welt sei im Umbruch und die Türkei müsse ihren Blick gen Osten richten. Dabei geht es nicht um neue politische Allianzen, sondern um wirtschaftliche Interessen.

Türkische Staatsanleihen den Chinesen anbieten

„China hat Devisenreserven in Höhe von vier Billionen US-Dollar. Peking möchte jene Reserven diversifizieren und sucht neue Investments. Aktuell investiert das Land in US-Staatsanleihen“, zitiert Bloomberg Bulut. Es biete sich die Möglichkeit, dass China in türkische Staatsanleihen investiert.

Zudem bemühe sich die türkische Regierung um ausländische Direktinvestitionen aus den arabischen Ländern. Denn das aktuelle Haushaltsdefizit liegt bei 6,8 Prozent des BIP.

Austritt aus der Zollunion

Im Mai schrieb Bulut in einem Artikel, dass die Türkei aus der Zollunion austreten müsse. Die Mitgliedschaft der Türkei in der Zollunion sei ein großer Nachteil für den Wirtschaftsstandort Türkei. Während EU-Produkte problemlos auf den türkischen Markt gelängen, gebe es eine Reihe von Restriktionen für die Einfuhr von türkischen Produkten in den EU-Markt. Die Quotenregelung schade der türkischen Wirtschaft. Brüssel kontrolliere im großen Umfang den türkischen Export und Import.

Eingeschränkter Freihandel

Tatsächlich hat die Türkei kein politisches Mitspracherecht bezüglich eigener Zollregelungen mit Drittländern. So darf die Türkei nur in begrenztem Maß ihre Waren in Länder exportieren, mit denen die EU spezielle Handelsverträge ausgehandelt hat. Sobald die Türkei versucht einen eigenen Handelsvertrag mit einem Drittland auszuarbeiten, haben alle EU-Länder das Recht, Einspruch gegen jenen Vertrag zu erheben. Freie Handelsverträge können unter diesen Umständen nicht aufgesetzt werden.

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