Zehn gute Gründe, genau jetzt die Türkei zu besuchen

Die meisten Argumente, die Türkei zu besuchen, sind klassischer Natur. Die mediterrane Küche, die herzlichen Menschen, die einzigartige Landschaft und das spannende Verhältnis zwischen Tradition und Moderne sind geradezu prädestiniert. Locken könnte aber auch genau das, was eigentlich abschrecken sollte: Die seit Ende Mai andauernden Proteste.

Unruhig mag manch Urlauber in den vergangenen Wochen Richtung Türkei geblickt haben. Die teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen der türkischen Polizei und den Demonstranten haben vor allem in Istanbul Spuren, nicht zuletzt bei den Hoteliers, hinterlassen. Dennoch gibt es einige gute Gründe, das Land genau jetzt zu besuchen. Der Mix aus Geschichte und Popkultur, die Balance zwischen Basars und Strand – für das Wirtschaftsmagazin Forbes sind das gewichtige Argumente.

„Zeuge der Geschichte“ werden

Insgesamt zehn einschlägige Punkte hat das Medium zusammengetragen.Ganz oben auf der Liste stehen, sicher zur Überraschung vieler, jedoch die aktuellen Ereignisse in der Türkei. „Zeuge der Geschichte“ werden, das ist offenbar das gewichtigste Argument für die Fachleute, noch in diesem Sommer die Koffer für eine Türkeireise zu packen. Die seit Ende Mai andauernden Proteste gegen die Regierung und Premier Recep Tayyip Erdogan bezeichnet das Magazin als „historisch“, beschreibt die Atmosphäre, die vor allem von jungen Leuten geprägt wird, als „optimistisch und energiegeladen“. „Die Chance, hier dabei zu sein, einfach um das zu erleben und wahrzunehmen, was passiert, hat bleibenden Wert. Geh‘, wenn du kannst“, so der kühne Rat aus der sicheren Ferne. Schicke Hotels und authentisches türkisches Leben

Wen das nicht locken kann, der sei beruhigt. Bereits an zweiter Stelle geht es dann mit „gewohnten“ Themen und dem ein oder anderen Hoteltipp weiter. Hier rangiert für die Wirtschaftsfachleute das „Alavya Otel“. Ein brandneues Boutiquehotel in der Küstenstadt Alaçatı von Erol und Rana Tabanca. Für ihre Idee angeheuert haben sie einen der bedeutendsten Designer des Landes, Hakan Ezer. Die Gästeliste liest sich wie das Who-is-Who der besseren Gesellschaft. Coca-Cola-Boss Muhtar Kent war ebenso im Haus wie Patrizia Gucci. Bisher war das schöne Fleckchen Erde, das durch seine Küsten und Lavendelfelder besticht, bei auswärtigen Touristen relativ unbekannt. Auch die Atmosphäre im Haus strahlt das aus. Alles ist Detail verliebt und auch ein bisschen skurril. „Der Platz fühlt sich an wie eine Oase in der Mitte einer biblischen Wüste.“ Und windsurfen soll man hier obendrein auch noch besonders gut können. Doch es geht auch weit weniger exklusiv. Erneut gehört die Türkei zu den zehn günstigsten Urlaubszielen weltweit (mehr hier).

Wohlfühlen, den stressigen Alltag hinter sich lassen. Das können Urlauber nach Ansicht von Forbes aber auch im kleinen, nur acht Zimmer fassenden Armaggan Bosporus besonders gut. Auch die Luxuskette Hilton expandiert gerade auf dem türkischen Markt (mehr hier). Daneben locken typisch türkische Badeanstalten, das unschlagbare Wetter, die spannende einheimische Küche samt seiner verführerischen Märkte, die Möglichkeit, abseits des Massentourismus echte Perlen, auch im benachbarten Ausland, zu entdecken und sich am Ende vor allem eines, alles andere als fremd zu fühlen.

Auswärtiges Amt rät Demos fernzubleiben

Ob Forbes erst genanntes Argument allerdings, neben der langen Liste wirklich guter Gründe, tatsächlich ausschlaggebend sein soll, scheint fraglich. Das Auswärtige Amt jedenfalls sieht das völlig anders als die Redakteure. Hier heißt es im aktuellen Hinweis: „Die seit Ende Mai stattfindenden Demonstrationen halten vor allem in Istanbul an. (…) Reisende werden weiter gebeten, sich von Demonstrationen und Menschenansammlungen fernzuhalten und Vorsicht walten zu lassen. Es wird zu besonders umsichtigem Verhalten aufgerufen.“ Erst in der vergangenen Woche haben die andauernden Proteste ihr fünftes Todesopfer gefordert (mehr hier).

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