Türkei: Erdoğan fordert Anhänger zum „Handeln“ gegen Demonstranten auf

Der türkische Ministerpräsident fordert seine Anhänger auf, gerichtlich gegen regierungskritische Demonstranten vorzugehen. Dabei hat er eine ganz bestimmte Gruppe im Visier: Die Menschen, die Topfdeckel-Proteste auf ihren Balkonen veranstaltet haben. Das sei Lärmbelästigung und damit eine „Straftat“.

Der türkische Premier Tayyip Erdoğan ist nach wie vor auf Konfrontationskurs zu den Teilnehmern der Massenproteste. Er sagte während einer Rede auf dem Flughafen von Kastamonu, dass das „Volk“ nicht immer in einer Erwartungshaltung verweilen und darauf hoffen dürfe, dass die Polizei gegen die Demonstranten einschreite.

Topfdeckel-Klopfen ist Lärmbeslästigung

„Sie stehen auf ihren Balkonen und schlagen aus Protest auf ihren Topfdeckeln rum. Jetzt seid ihr gefragt und müsst gerichtlich dagegen vorgehen“, zitiert ihn Haberturk. Das sei Lärmbelästigung und damit eine „Straftat“. Niemand habe das Recht, seine Mitbürger auf diese Weise zu stören. Erdoğan sieht Ähnlichkeiten zwischen dem Werfen von Molotow-Cocktails und den Topfdeckel-Protesten. Beide seien gleichwertige „Straftaten“.

Doch Erdoğans Meinung wird auch innerhalb der Polizei nicht von jedem geteilt. Mittlerweile haben sich eine Reihe von Polizisten zu Wort gemeldet, die das exzessive Vorgehen gegen die Demonstranten bedauern und nach eigenen Angaben Gewissensbisse haben (mehr hier).

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