Erdoğan-Berater: Im Westen gibt es für uns nur noch die USA, nicht Europa

Yiğit Bulut, Chefberater des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan, prescht erneut mit europakritischen Aussagen vor. Europa werde in der „Neuen Weltordnung“ keine wichtige Rolle mehr spielen. Die Türkei müsse eine Ausgleichspolitik zwischen den USA und Russland verfolgen. Doch Alleingänge in der Region seien zu unterbinden.

Der neue Chefberater des türkische Ministerpräsidenten, Yiğit Bulut, erweist sich erneut als EU-Skeptiker. Die aktuelle Weltwirtschaftskrise sei ein vorübergehender Prozess, der eine neue Weltordnung und einen „neuen Westen“ hervorbringen werde. Die EU werde es nicht schaffen, eine führende Rolle zu übernehmen. Doch die Türkei werde eine wichtige globale Rolle übernehmen. Dabei werde sich die Türkei zum einen zwischen den USA und Russland und zum anderen zwischen dem Nahen Osten und den USA befinden. Hier sei eine Ausgleichspolitik die beste Alternative für Ankara.

Ausgleichs-Politik zwischen Russland und den USA

Daraus ergäbe sich folgende strategische Bedeutung: Die Türkei wird weder eine rein eurasische Macht werden, noch eine nur an den USA orientierte Regionalmacht. Ankara werde immer darauf Bedacht sein, die „Balance“ zu halten. Ihre diplomatische militärische und wirtschaftliche Stärke werde an Auftrieb gewinnen. Doch sobald die Türkei Alleingänge unternimmt könne jene neue Stärke auch wieder zurückgehen, schreibt Bulut in der Zeitung Stargazete. Sein Land dürfe nicht überstürzt handeln.

Keine Fremdbestimmung und keine Alleingänge

„Die Türkei wird weder eine ausländische Hegemonie akzeptieren, noch sich selbst als Hegemon aufspielen (…) Für alle Kritiker, die meinen, dass die Türkei sich vom Westen gen Osten entfernt, bleibt nur zu sagen: Ganz im Gegenteil. Unser Land wird seine Beziehungen zum Westen intensivieren und ausdehnen. Aber der einzige machtpolitisch übriggebliebene Faktor im Westen sind nun einmal die USA. Europa wird keine wichtige Rolle spielen“.

Austritt aus der Zollunion

Zuvor schrieb Erdoğan-Berater Bulut, dass die Türkei aus der EU-Zollunion austreten solle. Die Mitgliedschaft der Türkei in der Zollunion sei ein großer Nachteil für den Wirtschaftsstandort Türkei. Der Freihandel mit Drittländern sei aufgrund der einseitigen restriktiven Bestimmungen nahezu unmöglich. Zudem müsse Ankara den Chinesen Investitionen in türkische Staatsanleihen schmackhaft machen (mehr hier).

Mehr zum Thema:

„Der Neolibera​lismus ist tot“: Erdoğan ernennt Finanz-Kri​tiker zum Chefberater
US-Wissenschaftler: „Deutschland und die Türkei können nicht aufeinander verzichten“
Türkischer Wirtschaftsminister Caglayan: EU-Visapflicht ist eine Verletzung der Menschenrechte

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.