Geschmacklosigkeit in Indonesien: Nazi-Huldigung im „Soldatenkaffe“

Schon seit 2011 servieren Kellner in SS-Uniform im "Soldatenkaffee". Erst jetzt beschäftigen sich die indonesischen Behörden mit dem Fall. Der Besitzer ist sich keiner Schuld bewusst, er will sich nicht vorschreiben lassen, wie sein Lokal auszusehen hat.

Indonesische Behörden prüfen ein Café in Bandung, das sich vollkommen dem Nazi-Thema gewidmet hat. Kellner in SS-Uniform, ein Hitler-Bild an der Wand und eine Flagge mit Hakenkreuz. Der Besitzer des Café findet das – im Gegensatz zu Touristen und Anwohnern – nicht geschmacklos.

„Ich bin einfach ein Geschäftsmann, kein Politiker“, sagt Henry Mulyana. Er denkt, er könne mit den Nazi-Huldigungen ein dickes Geschäft machen. Das „Soldatenkaffee“ existiert bereits seit 2011. Für Aufruhr sorgte es allerdings erst, nachdem ein englischsprachiger Artikel darüber kürzlich erschienen war.

„Diese Symbole stehen international für Gewalt und Rassismus“, zitiert die Times of Israel Ayi Vivanda, Vize-Bürgermeister von Bandung. Rechtliche Schritte werden derzeit nicht unternommen. Mulyana sei lediglich aufgefordert worden, einem Treffen mit den Behörden zuzustimmen, bei dem er seine Motive für die Öffnung eines solchen Cafés darlegen müsse und ob er auf diese Weise Rassismus habe schüren wollen.

Mulyana sagt, er sei kein Nazi und habe das Recht sein Restaurant so zu designen, das es Menschen dazu bewege, es zu besuchen. Trotzdem musste er seine Einrichtung vorübergehend schließen. Zu groß sei die Kritik geworden.

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