Halal-Produkte: Hilfsorganisation will Medikamente mit türkischem Blut herstellen

Der Türkische Rote Halbmond will den Trend der Halal-Produkte nutzen. Die neue Idee: Das für bestimmte Medikamente genutzte Plasma soll nur noch aus dem Blut türkischer Bürger stammen, denn sie haben andere Ernährungsgewohnheiten. Die Hilfsorganisation selbst verweist jedoch auf den finanziellen Vorteil durch inländische Produkte.

Türkische Medikamente sollen in Zukunft vollkommen „halal“ sein, also im islamischen Sinne erlaubt. Während einige Verbraucher bei Hustensaft und Gelatinekapseln selbst in der Apotheke nachfragen können, um Alternativen zu nutzen, will der Türkische Rote Halbmond noch weiter gehen.

Das für bestimmte Medikamente notwendige Plasma soll in Zukunft nur noch von Blutspenden türkischer Bürger stammen. Für die Organisation steht vor allem im Vordergrund unabhängig von ausländischen Importen zu sein. Ahmet Lütfi Akar, Leiter der Hilfsorganisation, sagt zudem der Hürriyet Daily News:

„Wenn wir zum Beispiel Medikamente aus Großbritannien kaufen, sind diesem mit dem Blut und Plasma der Menschen dieses Landes hergestellt worden. Wir haben andere Ernährungsgewohnheiten. In einem muslimischen Land essen wir kein Schweinefleisch. Wir essen einiges dieser problematischen Nahrung nicht, aber es ist dann in der Medizin, die wir importieren erhalten.“

Das allerdings auch in der Türkei Schweinefleisch verzehrt wird, findet Akar nicht problematisch. Niemand würde bei der Blutspende nach seinen Ernährungsgewohnheiten gefragt, denn ohnehin würden 95 Prozent der Türken auf Schweinefleisch verzichten. Die unterschiedlichen Ernährungsweisen seien schon in der Vergangenheit Grund für Beschwerden türkischer Bürger gewesen, berichtet die Bugün. Deshalb solle nun gehandelt werden.

Akar sieht außerdem ein gutes Geschäft in dem Vorhaben. Die Produkte könnten nämlich dann in andere muslimische Länder exportiert werden.

Diese Aussagen hat Akar zwar nicht revidiert, nach der Kritik hat der Rote Halbmond allerdings eine Pressemeldung veröffentlicht. Hierbei wird nur auf den Vorteil der inländischen Produktion verwiesen, da Importe wegfallen würden. Zu der Bezeichnung der Medikamente als halal oder nicht wurde keine Stellung genommen.

Özdemir Aktan, Präsident der Türkischen Ärztevereinigung, will die Idee auf keinen Fall unterstützen. Die Sichtweise des Türkischen Halbmonds sei in keiner Weise mit medizinischen Kenntnissen zu untermauern. „Es gibt keine medizinischen Hinweise darauf, dass Blut aus dem Inland hilfreicher ist. Wie kann ich als Arzt sagen, ob das Blut des einen halal ist und das andere nicht?“, so Aktan.

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