Paris: Ausschreitungen nach Personenkontrolle bei Muslimin

In den Pariser Vororten kam es am Wochenende zu schweren Ausschreitungen. Eine Personenkontrolle bei einer Muslimin und die vorübergehende Festnahme ihres Mannes wird von Anwohnern als gezielte Provokation gewertet. Einen Flächenbrand will die Polizei mit allen Mitteln verhindern.

In der zweiten Nacht in Folge haben hunderte Bewohner des Pariser Vororts Trappes die französische Polizei attackiert. Die bisherige Bilanz ist erschreckend. 20 Fahrzeuge, darunter ein Polizeiwagen und eine komplette Fabrik brannten aus, die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein, ein Auto raste in eine Gruppe von Polizisten, die sich noch retten konnten und ein Jugendlicher verlor bei den Ausschreitungen sein Auge. Die Unruhen beginnen bereits auf umliegende Regionen überzugreifen.

Grund für die Wut der Anwohner war eine Personenkontrolle einer Frau mit Niqab, dem Gesichtsschleier, der in Frankreich seit zwei Jahren verboten ist (mehr hier). Ihr Mann, ein 21-jähriger Konvertit, wurde festgenommen, nachdem er sich widersetzte. Er ist allerdings bereits wieder entlassen worden. Anwohner versammelten sich zuvor am Freitag vor der Polizeistation, zu der der junge Mann gebracht worden war und verlangten seine Freilassung. Die dortige Polizei forderte Verstärkung – der Beginn der gewaltsamen Zusammenstöße.

„Es beginnt auf umliegende Regionen – Elancourt und Guyancourt – überzugreifen“, sagt David Callu von der Gewerkschaft Unité SGP Police. Das Verhalten der Polizei bei der Personenkontrolle sei eine gezielte „Provokation“ gewesen, zitiert BBC die Organisation „Kollektiv gegen Islamophobie“.

Am Sonntag stehen wieder 30 Einsatzfahrzeuge in Trappes bereit. Sie sollen so lange bleibeb, bis wieder Ruhe eingekehrt ist, sagte Innenminister Manuel Valls.

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