Heiliger Fastenmonat Ramadan: Ohne Pide geht es nicht

Seit gut zwei Wochen begehen mehr als eine Milliarde Muslime weltweit den Heiligen Fastenmonat Ramadan. Unbedingt dazu gehört für viele Pide. Das typisch türkische Fladenbrot erfüllt allabendlich den Duft der Festtafeln. Ein Fastenbrechen ohne die Spezialität? Nicht auszudenken.

Rein optisch nimmt sich Pide nicht viel heraus. Der einfache, gesalzene Hefeteig kommt ohne jeglichen Schnickschnack aus. Das runde oder ovale Fladenbrot ist mit Eigelb glasiert und mit Sesam bestreut. Dennoch ist seine Anwesenheit gerade während des Ramadans essentiell. Keine Tafel kann auf die simple Leckerei verzichten.

Sobald die türkischen Bäcker die ersten Brote in den Ofen geschoben haben, ist klar: Iftar ist nicht mehr fern (mehr hier). In langen Schlangen warten die Menschen nach einem ganzen Tag voller Verzicht vor den Bäckereien, um den Duft des frischgebackenen Brots genussvoll in sich aufzusaugen und die Fladen so schnell wie möglich mit nach Hause zu nehmen.

Gemeinsames warten verbindet

Für den Fastenmonat Ramadan typisch sind übrigens gleich zwei Sorten Pide: Ein einfaches Fladenbrot, das schlicht mit Sesam bestreut ist und ein Fladenbrot mit Eigelb, Sesam und gelegentlich Joghurt an der Spitze. Letzteres ist in der Regel ein viertel oder halben Lira teurer.

So, wie Pide heute in der Türkei auf den Tisch kommt, nahm sich das Gebäck allerdings nicht immer aus. So war es einst nicht nur wesentlich günstiger zu haben, als heutzutage. Auch der Zubereitungsprozess gestaltete sich grundverschieden. So wurden etwa in der Zeit des Osmanischen Reiches die Zutaten von den Menschen selbst mit zur Bäckerei gebracht und das Fladenbrot vor ihren Augen zubereitet. Um das perfekte Brot zu bekommen, kam es da nicht selten vor, dass sich das Fastenbrechen um einige Zeit nach hinten verschob.

Vom mediterranen Speiseplan nicht weg zu denken

Für die Fastenden selbst verbindet sich während des Ramadans mit Pide weit mehr, als die bloße Aufnahme von Nahrung. Es sei, so berichten einige Kunden der türkischen Zeitung Zaman, die gemeinsame Vorfreude während des Wartens, die hell erleuchteten Minarette der Moscheen im Hintergrund, die das Fastenbrechen ankündigen, aber auch die spezielle Atmosphäre vor den Bäckereien, die die Menschen miteinander verbinde.

Von der türkischen Stadt Kastamonu aus hat sich Pide im gesamten Land verbreitet und darüber hinaus. Heute gehört das Bäckereiprodukt auch bei den Griechen, Arabern und vielen anderen mediterranen Bevölkerungsgruppen unbedingt mit auf den Speiseplan.

Am Morgen Vollkorn, am Abend Pide

Doch vor dem herzhaften Biss (mehr hier) ins Brot sei, so das Blatt, durchaus Vorsicht geboten. So wird dringend vor dem Kauf aus unbekannten Quellen, etwa direkt von einer Lkw-Ladefläche herunter, gewarnt. Und auch aus ernährungstechnischer Sicht gibt es einiges zu beachten. Während Fachleute gegen den Verzehr am Abend nichts einzuwenden haben, da Pide besonders gut verdaulich sei, raten sie am Morgen eher dazu, zu einem Vollkornprodukt zu greifen. Nur so könne die lange Zeit des fastens gut überbrückt werden.

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