Ramadan-Tour: Erdoğan-Junior versucht sich als Politiker

Bilal Erdoğan, Sohn des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan, nutzt den Monat Ramadan, um auf Veranstaltungen Reden zu halten. Offenbar versucht er sich als Politiker. Das wäre nichts ungewöhnliches. Denn auch seine Schwester Sümmeye Erdoğan, versucht sich als Politikerin zu profilieren.

Der Sohn des Ministerpräsidenten Tayyip Erdoğan, Bilal Erdoğan, hat anlässlich des Ramadans auf einer Veranstaltung in Esenler, Landkreis der türkischen Provinz İstanbul, eine Rede gehalten. Der Rede wohnten neben den Bürgern auch der Esenler-Bürgermeister M. Tevfik Göksu und weitere Politiker bei.

Er bedankte sich bei den Einwohnern von Esenler für ihre Unterstützung für den „Premierminister“. Die Freundschaft und der Dialog zwischen den Bürgern von Esenler und dem „Premierminister“ habe eine Sonderstellung, berichtet Time Turk.

Auch zu den Gezi-Park Protesten äußerte sich Bilal Erdoğan.

„Denjenigen, die uns mit Steinen bewerfen müssen wir mit Blumen entgegnen. Wir müssen ihnen vom Inbegriff der Liebe, des Dialogs und der Botschaften unserer Religion berichten“.

Der Ramadan sei ein Monat, der den Menschen die Möglichkeit gebe, sich von den „Qualen der Hölle“ zu befreien. Offenbar versucht sich der Sprössling des türkischen Ministerpräsidenten als Politiker. So abwegig wäre die Spekulation nicht. Denn auch Erdoğans Tochter Sümeyye Erdoğan strebt offenbar eine Karriere als Politikerin an.

Ambitionen der Tochter

Sie tritt auf Veranstaltungen Seite an Seite mit türkischen Ministern auf und hält Reden, begleitet ihren Vater auf Staatsbesuchen, moderiert Veranstaltungen, die von AKP-nahen Stiftungen organisiert werden und war sogar bei dem Privattreffen Tayyip Erdoğans mit einigen führenden Köpfen der Gezi-Park Bewegung anwesend.

Im vergangenen Jahr begleitete sie ihren Vater auch auf seinem Staatsbesuch in Myanmar (mehr hier).

Im Zuge des Monat Ramadans hat sie es sich zur Aufgabe gemacht in den Armenvierteln von Ankara, in den Häusern der Menschen am Fastenbrechen teilzunehmen, berichtet Milliyet.

Die türkische „Benazir Bhutto“?

Der Journalist Halit Kakınç geht in Bezug auf die Ambitionen der Tochter Erdoğans sogar einen Schritt weiter. Er schreibt in einem Artikel auf Oda TV über einen Dialog mit einem Bekannten. Der soll eine unglaubliche These aufgestellt haben.

Falls Erdoğans eines Tages abtreten sollte, werde seine Tochter an seine Stelle treten. Die Basis dafür werde aktuell geschaffen. Sie soll die türkische „Benazir Bhutto“ werden. Sümeyye Erdoğan benutze die Rhetorik eines Demokraten, hat an einer US-Spitzenuni ihre Ausbildung erhalten und versteht es mit den Menschen umzugehen.

Doch sie unterscheide sich in islamistischer Hinsicht keineswegs von ihrem Vater. In vielen Angelegenheiten sei sie sogar – insbesondere in Bezug auf Frauen – noch radikaler als er. Der Umstand, dass sie selbst eine Frau ist, spiele hier keine Rolle.

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