Kirschprod​uktion: Türkisches Dorf erlebt Wirtschaftswunder

Hilfe durch Selbsthilfe lautet das Motto eines türkischen Dorfes in Kahramanmaraş. Aufgrund der miserablen wirtschaftlichen Lage hat das Dorf Çığşar seine Landwirtschaft komplett auf die Kirschproduktion umgestellt. Der Großteil der Früchte wird exportiert. Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt.

Das Dorf Çığşar in der türkischen Stadt Kahramanmaraş hatte in den vergangenen Jahren schwere Zeiten durchgemacht. Die Menschen lebten größtenteils weit unter dem Existenzminimum. Ihre Lebensgrundlage – die Tierhaltung – wurde ihnen aufgrund der Strukturreformen in der Türkei vollkommen aus den Händen genommen.

Die Lösung fanden die 2500 Menschen von Çığşar in der Kirschproduktion. Das gesamte Dorf fing an vermehrt Kirschbäume zu pflanzen. „Mit dem Kirschanbau hat sich unser gesamtes Leben verändert. Unsere Geldbörsen füllen sich und wir haben mittlerweile 80 Mitglieder in unserem Verein“, zitiert die Zeitung Stargündem den Vorsitzenden des örtlichen Kirschproduzenten-Vereins, Erbay Erkek.

Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt

Das jährliche Produktionsvolumen belaufe sich auf 10.000 Tonnen. Im Dorf sind insgesamt 3000 Menschen in der Kirschproduktion angestellt. Es wurden zwei große Kalt-Luft Depots errichtet. Insgesamt 70 Prozent der Kirschen werden exportiert. Der größte Abnehmer türkischer Kirschen ist Deutschland, berichtet die staatliche Vereinigung der Obst- und Gemüseproduzenten (YMSIB) auf ihrem Online-Portal.

Das besondere an dem Wirtschaftsaufschwung des Dorfes ist, dass jene „Kirschaufschwung“ auf die Eigeninitiative der Bauern zurückzuführen ist. Hilfe durch Selbsthilfe lautet das Motto der Menschen von Çığşar.

Auch in anderen Städten und Dörfern der Türkei werden die Bauern aktiver. So möchte die Stadt Malatya ihren gesamten Obst- und Gemüseanbau auf Bioproduktion umstellen (mehr hier).

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