Yunus Emre Institut: Rund 50.000 Ausländer lernen türkische Kultur und Sprache kennen

Bereits seit einigen Jahren ist das Türkische Yunus Emre Institut in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt zu vertreten, um die türkische Sprache und Kultur im Ausland publik zu machen. Mittlerweile haben mehr als 50.000 Menschen das Angebot genutzt und unter anderem die vom Institut organisierten Sprachkurse besucht.

Eigentlich sind die Türkischkurse des Yunus Emre Instituts nur ein Teil des breitgefächerten Angebots, mit Hilfe dessen der kulturelle Reichtum und Hintergrund der Türkei in der ganzen Welt verbreitet werden soll. Und dennoch scheinen genau sie derzeit besonders beliebt.

Mittlerer Osten und Balkan sehr gefragt

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu erläutert Institutsleiter Hayati Develi die Bemühungen des 2007 ins Leben gerufenen Instituts. Binnen der vergangenen vier Jahre konnte sich die Unternehmung in insgesamt 33 Regionen weltweit niederlassen. Bis heute hätten allein 10.000 Personen die von den Zentren organisierten türkischen Sprachkurse besucht und dort eine face-to-face Ausbildung erhalten (mehr hier). 3500 seien nach den Einstiegsrunden dabei geblieben. Insgesamt sei jedoch die Beteiligungsrate in den Kursen in denjenigen Ländern höher, die auch historisch mit der Türkei verbunden seien.

„Regional betrachtet stoßen die Türkischkurse vor allem im Mittleren Osten und in den Balkanländern auf vermehrtes Interesse“, zitiert Worldbulletin den Institutsleiter. Angeführt werde das Ranking vom Iran mit 700 Schülern, gefolgt von Ägypten mit 600 Teilnehmern. Eine hohe Nachfrage bestünde insgesamt vor allem in den zentralasiatischen Turk-Republiken,  auf dem Balkan und im Nahen Osten. „Sobald die Kurse angeboten werden, sind sie meist auch schon ausgebucht. Am Anfang hatten wir nur drei Niederlassungen. Im zweiten Jahr erhöhten wir die Zahl auf 15. Jetzt haben wir über 30“, so Develi weiter. „Seit 2009 hatte das Yunus Emre Institut mit fast 50.000 Menschen face-to-face-Kontakt und hat sie im Türkischen unterrichtet.“

Das nach dem anatolischen Dichter und Mystiker Yunus Emre benannte Institut hat es  sich zur Aufgabe gemacht, die Kenntnis der türkischen Sprache im Ausland zu fördern, die internationale kulturelle Zusammenarbeit zu pflegen sowie am Ende ein umfassendes, aktuelles Türkeibild zu vermitteln. In den entsprechenden Kulturzentren werden Ausstellungen eröffnet, aber auch Filme gezeigt sowie wissenschaftliche und kulturelle Konferenzen veranstaltet.

Deutsche Firmen können nur wenig Türkisch

In der Bundesrepublik gibt es bereits seit 2007 ein Zentrum in Köln. Ginge es jedoch nach dem Ethnomarketingexperten Burhanettin Gözüakça könnten es sicher mehr sein. Für sein Buch „Zielgruppenmarketing“ hat er sich die Bemühungen deutscher Unternehmen um Internationalität angesehen. Das Resultat: Deutsche Unternehmen sprechen einfach nicht genügend Türkisch. Die Folge: Nicht selten schießen sie mit ihren Bemühungen an einer riesigen Zielgruppe in Deutschland vorbei. Oder blamieren sich gar mit falschen Übersetzungen (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Türkisch-Kurdisch: Staatliches Wörterbuch-Projekt endlich abgeschlossen
UNESCO alarmiert: Die Türkei verliert ihre sprachliche Vielfalt
Boom in London: Ausländer stürmen die Türkisch-Kurse

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.