Migranten im deutschen Bildungssystem: Unfaire Behandlung und „systematische Benachteiligung“

Die Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Sevim Dağdelen, sagt: Migrantenkinder werden im Schulsystem „systematisch benachteiligt“. Zudem fände in den Großstädten eine regelrechte Segregation nach sozialen und ethnischen Kriterien statt. Bund und Länder sind aufgefordert, diesen Missstand gemeinsam aus dem Weg zu räumen. Doch ein Kooperationsverbot in puncto Bildung mache dies unmöglich.

Sevim Dağdelen, Sprecherin für Migration und Integration der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, sieht große Defizite im deutschen Bildungssystem.

Migranten-Kinder seien einer „systematischen Benachteiligung“ unterworfen. Das zeige eine aktuelle Untersuchung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (mehr hier). Eine ethnisch-soziale Segregation ist die Folge.

„In Großstädten (…) besuchen knapp 70 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund bereits im Grundschulalter eine Schule, an der mehrheitlich Kinder nichtdeutscher Herkunft lesen und schreiben lernen; bei Kindern ohne Migrationshintergrund trifft dies nur auf 17,1 Prozent zu“.

Die soziale Benachteiligung von Migranten im Schulsystem müsse beseitigt werden. Denn schon die Startchancen der Kinder seien schlecht. Bund und Länder seien aufgefordert, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. „Doch das ist im Moment verboten. SPD und Union haben 2006 ein Kooperationsverbot für Bund und Länder in der Bildung verhängt“, so Dağdelen in einer Mitteilung.

Offenbar nehmen die meisten Politiker das Thema Bildungsgerechtigkeit sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene nicht sehr ernst.

Mehr zum Thema:

Integration in Schulen: IGS Göttingen überzeugt seit 38 Jahren mit Erfolgsmodell
Die Integratio​n ist gescheiter​t: Migrantenk​inder werden notfalls in Sonderschu​len gesteckt
Achtes Land an Bord: Baden-Württemberg ist jetzt Teil der „Koalition gegen Diskriminierung“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.