Humanitäre Hilfe 2012: Türkei gibt mehr als eine Milliarde Dollar

Die Türkei hat im vergangenen Jahr erneut mehr als eine Milliarde Dollar für humanitäre Zwecke gespendet. Damit ist die Türkei derzeit das viertgrößte Geberland.

Die Türkei, die ebenfalls Entwicklungshilfegelder erhält, rangiert mit einer Summe von einer Milliarde Dollar derzeit in Sachen Spendenvolumen nur hinter den USA (3,8 Milliarden Dollar), der EU (1.9 Milliarden Dollar und dem Vereinigten Königreich (1,2 Milliarden Dollar). Das geht aus dem weltweiten humanitären Hilfebericht 2013 hervor, der von der Forschergruppe Development Initiatives (DI) veröffentlicht wurde.

Ein Großteil des türkischen Geldes, so der Guardian, sei im betreffenden Jahr 2012 aber im eigenen Land geblieben, um dort die immense Zahl an syrischen Flüchtlingen zu versorgen. Nach Ansicht der UNO sind gut 5,2 Milliarden Dollar nötig, um die Syrien-Krise in den Griff zu bekommen. Mittlerweile sind ganze 6,8 Millionen Menschen in Not, darunter 1,6 Millionen Flüchtlinge und 4,25 Millionen Binnenvertriebene.

Finanzierungslücke wird immer größer

Im vergangenen Jahr gaben die Regierungen weltweit 12,9 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe. Der Anteil an humanitären Hilfen ist zwar nur geringfügig gefallen. Doch es liegt die größte Finanzierungslücke des vergangenen Jahrzehnts vor. Es werden insgesamt 8,9 Milliarden US-Dollar benötigt. Eingezahlt wurden bisher nur 5,6 Milliarden US-Dollar. Somit liegt ein Defizit in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar vor.

Pakistan, Somalia, die West Bank und der Gazastreifen erhielten die meisten humanitären Hilfen im Jahr 2011. Pakistan erhielt 1,4 Milliarden Doller, 1,1 Milliarden gingen an Somalia, die West Bank und der Gazastreifen erhielten 849.000 Dollar. Viele der ärmsten Länder erhielten humanitäre Hilfe auf Grund ihrer Aufnahme von Flüchtlingen – Pakistan nahm mehr als 1,7 Millionen Flüchtlinge im Jahr 2011 auf, Kenia 567.000 und Tschad 367.000.

Spender müssen mehr präventiv vorgehen

Die DI forderte die Geberland zudem dazu auf, in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Regierungen mehr Geld für mehrjährige Krisen und die Katastrophenvorsorge bereitzustellen. So hätte eine frühere Intervention in Somalia zahlreiche Leben retten können. Schätzungsweise 257.000 Somalier, etwa 4,6 Prozent der Bevölkerung, starben zwischen 2010 und 2012 an Hunger (mehr hier).

Die Türkei hat schon im Jahr 2011 insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar an Unterstützung für Entwicklungs- und Schwellenländer ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach das einem Mehraufwand von 31,6 Prozent (mehr hier).

Hier geht es zum gesamten Bericht.

Mehr zum Thema:

Flüchtlinge in Syrien: Brüssel spendet 65 Millionen Euro
35 Millionen Dollar: TİKA greift Tunesien unter die Arme
1,2 Milliarden Dollar Hilfe für Bedürftige: Türkei gibt 2011 rund 32 Prozent mehr als im Vorjahr

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.