Ramadan: Die Gelegenheit, dem Glimmstengel abzuschwören

Derzeit üben sich mehr als eine Milliarde Muslime weltweit im Verzicht. Für Raucher erscheint der Ramadan zudem die Chance, der eigenen Sucht dauerhaft ein Schnippchen zu schlagen. Nikotingenuss ist von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ohnehin verboten.

Wer schon einmal versucht hat, mit dem Rauchen aufzuhören, der kann es den Fastenden dieser Tage besonders gut nachfühlen. Gerade als starker Raucher gehört der Verzicht auf den Glimmstengel während des Ramadans zu einer der schwierigsten Herausforderungen. Schafft es der Süchtige dennoch zu widerstehen, dann sei nach Ansicht von Fachleuten der Weg frei, um die ungesunde Angewohnheit auch nach dem Ramadan dauerhaft abzulegen.

Ramadan: Nikotinspiegel im Blut sinkt

„Der Ramadan ist eine Herausforderung und zugleich eine Chance für alle Raucher“, zitiert Worldbulletin Dr. Hanan Obaid von der Dubai Health Authority (DHA). Die Gläubigen hätten während des Ramadans eine tägliche Fastenzeit von 14 bis 15 Stunden zu überstehen. Neben dem Verzicht auf Essen und Trinken gehöre hierzu auch der auf Nikotin. Wer jetzt die Gelegenheit beim Schopfe packen und der eigenen Sucht gleich ganz entsagen will, dem kommt der Heilige Fastenmonat hier auf besondere Weise entgegen. „Denn während dieser langen Fastenstunden sinkt auch der Nikotinspiegel im Blut. Das kann Rauchern helfen, ganz aufzuhören“, so die Medizinerin.

Leider würden viele Fastende während des Ramadans jedoch genau ins Gegenteil umschlagen. Sobald die Zeit des Fastenbrechens gekommen sei, so Obaid weiter, würden sie zu regelrechten Kettenrauchern. Doch genau das hätte ernsthafte medizinische Konsequenzen und sei im Endeffekt noch schädlicher als das regelmäßige Rauchen. Auch vom Genuss einer Wasserpfeife, wie sie etwa in den Iftarzelten angeboten werde, rät die Fachfrau ab. Das sei noch schlimmer als eine herkömmliche Zigarette. „Eine Stunde vor einer Shisha zu sitzen ist wie das Rauchen von etwa 100 Zigaretten.“ Zudem wären hiervon auch die Nichtraucher in der direkten Umgebung betroffen (mehr hier).

Nikotinpflaster helfen bei der Entwöhnung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich nahezu sechs Millionen Menschen an den Folgen von Nikotinkonsum. Etwa 600.000 von ihnen sind eigentlich Nichtraucher, die den Qualm passiv abbekommen. Davon seien auch etwa 700 Millionen Kinder betroffen.

Um mit dem Rauchen auch nach dem Ramadan aufzuhören, rät Obaid auf Nikotinpflaster zurückzugreifen. Sie helfen, die Entzugssymptome zu lindern und der Versuchung standzuhalten. Nach Angaben der OECD gehören die Türken derzeit zu den Top 5 Nationen der Qualmer (mehr hier).

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