Hollywood wird Realität: Iraner lebt seit 40 Tagen im Atatürk Flughafen

Steven Spielbergs „Terminal“ mit Tom Hanks und Catherine Zeta-Jones ist wohl den meisten Filmfans ein Begriff. Dass die Fiktion aus dem Jahr 2004 knapp neun Jahre später tatsächlich Realität wird, damit haben aber wahrscheinlich die wenigsten gerechnet.

Das Drama á la Hollywood trägt sich derzeit auf dem Istanbuler Atatürk Flughafen zu. Eigentlich wollte der 60-jährige Ahmad Ganjjou vom Iran nach Dänemark reisen. Doch der Zwischenstopp in Istanbul dauerte um einiges länger, als ursprünglich vorgesehen. Gut zwei Monate verbringt der Mann bisher im internationalen Terminal der türkischen Metropole. Geschlafen hat er seither auf Sitzbänken und Stühlen. Hilfe von offizieller Seite lehnt er ab.

Die Odysee von Ganjjou begann am 26. Mai, als er seine Reise gen Dänemark antrat. Nach der Landung in Istanbul, so berichtet The Iran Project, habe er jedoch unvermittelt entschieden, nicht nach Dänemark weiterzufliegen. Warum, darüber kann der 60-Jährige selbst keine schlüssige Auskunft geben. „Ich wollte eine Entscheidung treffen“, so der Iraner. Weder wollte er in den Iran zurück noch weiter in Richtung Skandinavien. Warum er nun auf dem Istanbuler Flughafen sei, wüsste er selbst nicht so genau.

Iranisches Konsulat ist informiert

Rechtlich betrachtet gibt es mit dem ungewöhnlich langen Aufenthalt im Terminal offenbar kein Problem. Derzeit gehen die Behörden jedoch davon aus, dass Gonijou in der Tat unzurechnungsfähig sein könnte. Die meiste Zeit des Tages soll er im Augenblick im Raucherzimmer verbringen. Nach Aussagen der Flughafenpolizei wasche er sich regelmäßig die Hände und sein Gesicht, hätte aber Wunden am Körper. Mittlerweile, so heißt es weiter, soll der Flughafen auch das iranische Konsulat kontaktiert haben. Eine Reaktion stünde derzeit allerdings noch aus.

In Sachen Daueraufenthalt scheint der Mann im Augenblick jedoch nicht der einzige zu sein. So hätte sich kürzlich unter anderem eine syrische Flüchtlingsfamilie dort für ganze sechs Tage aufgehalten,  als sie über Istanbul nach Libyen reisen wollte. Die Familie floh vor dem Regime Assad, um in Libyen bei dem dort lebenden Sohn unterzukommen. Doch die benötigten Visa wurdem vom libyschen Generalkonsulat in İstanbul nicht ausgestellt. Die syrische Familie warte jetzt auf Hilfe von den türkischen Behörden.

Übrigens, die Hollywood-Fiktion, die auf der Geschichte des Iraners Mehran Karimi Nasseri basiert, dauerte sage und schreibe 18 Jahre.

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