Neue Gesundheitsdienste: E-Health bald über Google und Facebook?

Die IT muss ihren Weg in den deutschen Gesundheitssektor finden, sonst hinkt Deutschland den anderen Ländern bald hinterher. Deutsche Unternehmen versuchen sich in der Entwicklung neuer Dienstleistungen im Health-Bereich.

Die digitale Wirtschaft will den Gesundheitssektor für sich erobern. Neue Unternehmen bieten neue Dienste an, die für Ärzte und Nutzer gleichsam von Vorteil sein sollen. „Vielleicht sprechen wir dann ganz selbstverständlich von Google-Healing oder Facebook-Health“, sagt Markus Müschenich, ehemaliges Vorstandsmitglied beim Sana-Klinikkonzern und Teilhaber von Flying Health, einem Online-Unternehmen für Internetmedizin.

Es werde nicht mehr lange dauern, bis soziale Netzwerke oder andere Akteure im Internet „ihre Infrastruktur für Gesundheitsanwendungen zur Verfügung stellen und eigene Dienste (E-Health) rund um die Gesundheit unterbreiten werden“, so Müschenich dem Ärzteblatt. Dann würden soziale Netzwerke dafür genutzt, Patientendaten zu generieren und zu verwalten.

Google hat seinen „Health“-Dienst jedoch zu Beginn des Jahres zunächst eingestellt. Die offizielle Begründung des Internet-Riesen: „Wir haben keinen Weg gefunden, die begrenzte Nutzung (von Google-Health, Anm. d. Red.) in die tägliche Routine von Millionen Menschen zu integrieren.“ Trotzdem gibt es bereits viele Alternativen zu dem Online-Gesundheitsmanager.

Müschenich war bei einer Dienstreise von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler in die USA dabei. Rösler wollte sich dort von den Unternehmen Anregungen holen, die sich auf E-Health-Anwendungen spezialisiert haben. Kapitalgeber haben ihre Finanzmittel für die Entwicklung von E-Health-Produkten verdoppelt. Außerdem fänden sich in den USA „mehr und mehr Risikokapitalgeber, die sich auf das Thema Gesundheit spezialisieren“, sagte Müschenich.

Der Schwerpunkt von E-Health-Produkten liegt in der Qualitätssicherung, aber auch im Bereich der Kostensenkung und -Vermeidung. Beispielsweise könnten Smartphone-Anwendungen die Kommunikation zwischen Klinik, Arzt und Patient vereinfachen und Krankenhausaufenthalte reduzieren. Ein Gründer in den USA hat auf diesem Gebiet Vorarbeit geleistet: „Im Kern geht es darum, via Smartphone mit einem Patienten von der Indikationsstellung über die präoperative Phase bis in die poststationäre Phase hinein Kontakt zu halten und ihn so im Behandlungsprozess zu begleiten“, sagte Müschenich. Das kann Kosten sparen.

Die Politik müsse das Thema E-Health „schneller voranbringen“, damit nicht US-Unternehmen diesen neuen Markt in Deutschland bald dominieren. Ansonsten könne „der Medizintechnikstandort Deutschland nachhaltig an Reputation“ verlieren.

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