Nach EU-Beitritt: Türkische Touristen kehren Kroatien den Rücken zu

Das Interesse türkischer Touristen an EU-Neu-Mitglied Kroatien ist deutlich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr kamen nun ganze 21 Prozent weniger Gäste ins Land. Geschuldet ist diese Entwicklung den jetzt geltenden Einreise-Bestimmungen für Nicht-EU-Mitglieder.

Die neuen Einreisebestimmungen des jüngsten EU-Mitglieds Kroatien hat sich auf die Anzahl der türkischen Touristen im Land ausgewirkt. Wie das kroatische Kulturministerium mitteilt, sollen im Vergleich zum Vorjahr 21 Prozent weniger Besucher aus der Türkei eingereist sein.

Erst seit dem 1. Juli 2013 ist Kroatien EU-Mitglied. Seither entsprechen die Einreise- und Zollbestimmungen denen der Europäischen Union. Und das mit weitreichenden Folgen für einige Urlaubsgäste. Bereits seit 1. April dieses Jahres genügt es etwa für türkische oder russische Touristen nicht mehr, bei der Einreise einen Personalausweis bereit zu halten. Sie benötigen seither, im Gegensatz zu Italienern, Deutschen und Österreichern, ein Visum.

Montenegro: Die Alternative zu Kroatien

Touring-Agenturen und lokale Tourismus-Betriebe, so berichtet Worldbulletin, würden bereits über die abnehmende Zahl der türkischen Touristen klagen. Diese hatten Kroatien in den vergangenen Jahren vermehrt besucht. Um dem jüngsten Trend entgegen zu wirken, hätte auch das Ministerium reagiert. So seien bereits Anstrengungen unternommen worden, um sicherzustellen, dass Touristen leichter an ein Visum kommen würden. So würden nach Angaben von adriagate zum Beispiel 18 Visa-Zentren in 18 Städten der Russischen Föderation eröffnet. Außerdem kümmere man sich um eine ordnungsgemäße Durchführung in den kroatischen Botschaften in Kiew und Ankara, sowie dem Generalkonsulat in Istanbul. Ein Visum für Kroatien werde in der Regel bis zu fünf Tage nach Erhalt der Anfrage ausgestellt. Die Gebühr betrage 35 Euro.

Diejenigen, die hierbei auf Hindernisse gestoßen seien, hätten sich derweil schon neu orientiert. Ihre Alternative zu Kroatien laute jetzt Montenegro. Umgekehrt könnten die türkischen Gastgeber vom  derzeitigen Umbruch in Ägypten profitieren (mehr hier). Kroatien startete seine Beitrittsverhandlung fast gleichzeitig mit der Türkei (mehr hier).

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