Nahost-Kon​ferenz in Arbil: Vertreter aller Kurden demonstrie​ren Einigkeit

Auf einer regionalen Kurdenkonferenz hat der Präsident der Autonomen Region Kurdistan (KRG), Masud Barzani, zur Einheit unter den Kurden aufgerufen. Der bewaffnete Kampf sei vorüber. Nun sei es an der Zeit, dass die Kurden des Irak, des Iran, Syriens und der Türkei ihre Rechte einfordern.

Auf einer regionalen Kurdenkonferenz in der irakischen Stadt Arbil haben 60 führende Kurdenpolitiker und Stammesführer zur Einigkeit unter den Kurden aufgerufen. Unter den Teilnehmern befanden sich auch 23 Politiker aus der Türkei. Die weiteren Vertreter kamen aus dem Irak, dem Iran und Syrien. Alle politischen Lager der Kurden waren vertreten.

Der irakisch-kurdische Stammesführer und Präsident der Autonomen Region Kurdistans (KRG), Masud Barzani, sagte, dass der Nahe Osten sich an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter befinde und die Kurden ihren rechtmäßigen Platz einnehmen werden.

Rechte auf internationaler Ebene einfordern

„Jahrzehntelang befanden wir uns im bewaffneten Widerstand für unsere nationale Identität. Doch nun ist es an der Zeit Politik zu betreiben“, zitiert das Onlineportal Rota Haber den Kurdenpolitiker.

Denn der einzige Weg, um die Rechte der Kurden zu erkämpfen und auf der internationalen Ebene noch mehr Forderungen zu stellen, sei der Weg des Dialogs. Kurdistan befinde sich auf den Territorien von vier Staaten.

„Wir müssen eine gemeinsame Strategie entwickeln und sie umsetzen. Die Strategie darf keinerlei Aggressionen gegen unsere Nachbarn beinhalten“, so Barzani.

Kurdistan wird immer wahrscheinlicher

Tatsächlich rückt eine politische und territoriale Einheit unter den Kurden immer näher. Im Nordirak hat sich ein de facto kurdischer Staat herausgebildet. In Syrien erobern die Mitglieder der kurdischen PYD eine Ortschaft nach der anderen.

Die Südgrenzen der Türkei sind mittlerweile durchlässig und unkontrollierbar geworden. Bei einem Zusammenschluss der syrisch-irakischen Teile der Kurdengebiete, könnte die Türkei eine Spaltung im eigenen Lande nicht mehr verhindern. Denn schon heute sind die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen dem Südosten der Türkei und dem Nordirak enger als mit dem Rest der Türkei.

Schon zuvor hatte das amerikanische National Intelligence Council in einem Report auf die Gefahr eines kurdischen Staats hingewiesen (mehr hier). Doch eine Neuordnung des Nahen Ostens steht ohnehin bevor (mehr hier).

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