Trotz Zinserhöhu​ng: Rating-Age​ntur Fitch warnt Türkei vor Risiken

Die Rating-Agentur Fitch ist der Ansicht, dass die Erhöhung des Leitzinssatzes in der Türkei ein nachvollziehbar Schritt sei. Die Zentralbank wolle die Inflation und den ausländischen Kapitalabfluss stoppen. Denn das kurzfristige Kapital benötigt sie, um ihr Leistungsbilanz-Defizit finanzieren zu können. Doch die Gefahr sei nicht gebannt. Denn eine instabile soziale- und politische Situation könnte der Wirtschaft schaden. Im Tourismus-Sektor seien erste Anzeichen zu erkennen.

Die jüngste Zinserhöhung der türkischen Zentralbank deutet die Rating-Agentur Fitch als eine entschlossene Maßnahme, um der Inflation und dem ausländischen Kapitalabfluss vorzubeugen. Eine weitere Abwertung der Lira hätte das ohnehin große Leistungsbilanz-Defizit der Türkei erhöht.

Doch die Maßnahmen der Zentralbank seien nicht ausreichend. Denn es bestünden nach wie vor Risiken. Ausschlaggebend seien die aktuellen sozialen und politischen Unruhen im Land. Dadurch werde nicht nur der kurzfristige Kapitalzufluss abgeschreckt, sondern auch der Tourismus-Sektor leidet darunter, so Fitch in einer Mitteilung.

Hinzu komme, dass die Devisenreserven der türkischen Zentralbank im April noch bei 114 Milliarden US-Dollar lagen und bis Mitte Juli auf 100 Milliarden US-Dollar zurückgegangen seien. Zuvor hatte die Zentralbank Devisen in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar verkauft, um im Anschluss Türkische Liras zu kaufen. Dadurch wollte sie die Lira aufwerten (mehr hier).

Im vergangenen November hatte Fitch die Kreditwürdigkeit der Türkei zum ersten Mal seit 18 Jahren heraufgestuft. Der „Investment Grade“-Status türkischer Staatsanleihen gilt aktuell als „durchschnittlich gute Anlagen“ und „investitionswürdig” (mehr hier). Doch aktuell bestehe die Gefahr, dass die türkische Bonitätsnote zurückgestuft werden könnte.

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