Abschied in Großbritannien: Geliebter Ford Transit wird jetzt in der Türkei produziert

Gut neun Monate hatten die Briten Zeit, sich auf diesen Abschied vorzubereiten. Nun rollte in Southampton tatsächlich der letzte Ford vom Band. Sein Glück sucht das Unternehmen nun in der Türkei und seinen „signifikant niedrigeren“ Produktionskosten.

Nun ist es tatsächlich soweit: Die Briten müssen Abschied nehmen von ihren heißgeliebten Fords. Der mächtige Ford Transit Van, von vielen Handwerkern und Kleinunternehmern hochgeschätzt, ist nicht länger eine britische Institution. Wollen sie dennoch nicht auf ihr Vehikel verzichten, müssen sie jetzt auf türkische Produkte zurückgreifen.

40 Jahre Ford-Produktion in Southampton

In dieser Woche, so berichtet The Independent, rollte nun der letzte von insgesamt sieben Millionen dieser Fahrzeuge in Southampton vom Band. Damit gingen ganze 40 Jahre Automobilgeschichte in dieser Stadt zu Ende und mit ihr  356 Arbeitsplätze verloren. Seit 1972 hat Ford alles vom Transporter über den Kleinbus bis hin zum Flachbett-LKW oder auch Spezialfahrzeuge wie Krankenwagen und Polizeiwagen in Großbritannien produziert.

Bekannt wurde die Schließung bereits Ende Oktober 2012. Wie auch andere Autounternehmen reagierte der US-Konzern damit auf die Stagnation auf dem europäischen Automobilmarkt. Allerdings sah das Unternehmen bereits zum zweiten Mal sein Heil in Stellenabbau und Werksschließungen, um die Verluste von inzwischen drei Milliarden US-Dollar innerhalb von zwei Jahren abzufangen.

Türkei: Produktionskosten „signifikant niedriger“

In der Türkei hat der amerikanische Automobilhersteller ein Joint Venture namens Otosan mit dem türkischen Mischkonzern Koç in Gölcük bei Istanbul. Die Produktionskosten sind „signifikant niedriger“. Ford streicht in Europa insgesamt 6,200 Stellen und damit 18 Prozent seiner Produktionskapazitäten, um damit jährlich 450 bis 500 Millionen US-Dollar einzusparen (mehr hier).

Ford ist jedoch nicht der einzige Autobauer, den es in die Türkei zieht. Renault hat die Produktion seines Klio ebenfalls verlagert und auch Honda baut seine Motorräder jetzt in der Türkei (mehr hier).

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