Unruhen in der Türkei: Urlaubsparadies Thailand wittert seine Chance

Das Thailändische Fremdenverkehrsamt (TAT) blickt derzeit gespannt auf die Türkei. Angesichts der kürzlichen Unruhen im Land sieht Thailand seine Chance gekommen. Allerdings hat man es nicht auf türkische Touristen abgesehen. Im Visier sind vor allem die deutschen Urlauber.

Die Proteste in der Türkei waren kein gutes Signal, um Touristen anzulocken. Die teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei inklusive Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas warfen ein negatives Licht auf das Land, was sich nun wiederum Thailand zunutze machen könnte.

Fokus auf Düsseldorf und München

Dieser Ansicht ist zumindest Juthaporn Rerngronasa, stellvertretende TAT-Gouverneurin für Europa, Afrika, den Mittleren Osten und Nord- bzw. Südamerika. Sie ist der Meinung, dass Thailand diese Chance ergreifen und versuchen sollte, mehr deutsche Touristen für sich zu gewinnen. Besonderes Augenmerk, so berichtet The Phuket News, sollte dabei Düsseldorf und München gelten. Diese Städte seien ihrer Meinung nach die Zielmärkte für die Erhöhung der Zahl der Erstbesucher in Thailand. Auch Gäste aus Russland, die ebenso wie die Deutschen, ausgesprochen gerne in die Türkei reisen, gehörten bereits zu den Kernmärkten für Thailands Tourismusbranche.

Obschon Europa nach wie vor mit einigen ökonomischen Schwierigkeiten zu kämpfen hätte, seien die die Gästezahlen aus beiden Ländern „vielversprechend“. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres stiegen die Ankünfte aus Deutschland um 11,8 Prozent auf 352.691, die Ankünfte aus Russland kletterten gar um 38,9 Prozent nach oben auf nun 830.404.

Thailand ist der Trend bei Fernreisen

Insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der deutschen Besucherzahlen zeigt sich das TAT derzeit ausgesprochen optimistisch. So kamThailand im aktuellen ADAC Reise-Monitor 2013 besonders gut weg. Das Institut TNS Infratest befragte hierzu im Auftrag des ADAC rund 4000 Mitglieder zu Urlaubszielen, Reisedauer, Budget, Verkehrsmittel und die Art der Reise. Zwar ist hier Deutschland nach wie vor beliebtestes Reiseziel. Doch in Sachen Fernreisen folgt Thailand bzw. Fernost mit 2,9 Prozent gleich auf die USA. Daneben interessant: 45,1 Prozent der Befragten planen für 2013 sogar weitere Urlaubsreisen, die jeweils fünf Tage oder länger dauern. Vor allem die über 60-Jährigen haben hier mit über der Hälfte der Befragten die Nase vorn. Mit rund 40 Prozent stark vertreten sind jedoch auch die unter 29-Jährigen sowie jene zwischen 30 und 39 Jahren. Bei den Fernreisezielen liegen die Thailänder hier auf Position drei.

Während die Bosporus-Metropole Istanbul die Auswirkungen der Proteste bereits deutlich zu spüren bekommen hat (mehr hier), scheint die Lage in den türkischen Touristenhochburg allerdings entspannt (mehr hier).

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