Parkinson und Alzheimer: Unruhiger Schlaf erhöht das Erkrankungsrisiko

Schlafstörungen verkürzen nachweislich die Lebenszeit und erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Neuen Studien zufolge könnte dies auch für Alzheimer und Parkinson zutreffen.

Schlafstörungen sind eine normale Begleiterscheinung des voranschreitenden Alters. Sie fördern aber auch das Auftreten verschiedener Krankheiten. Dazu gehören nach neuesten Erkenntnissen auch Alzheimer, Parkinson und andere neurologische Degenerationserkrankungen.

Schlafstörungen sind dabei ein potentielles Anzeichen für die Früherkennung, denn sie treten oft viele Jahre vor den ersten typischen Krankheitssymptomen auf. Je stärker ein pathologischer Prozess fortgeschritten ist, desto massiver zeigen sich die Störungen im Schlafrhythmus. Der Degenerationsprozess selbst führt also oftmals zu einer weiteren Beschädigung der Steuerungszentren der inneren Uhr. Dass vor allem Patienten mit neurologischen Erkrankungen um ihren gesunden Schlaf gebracht werden, wurde auch schon häufig im Klinikalltag beobachtet.

Mehrere erst kürzlich erschienene Studien beschäftigen sich mit dieser Thematik, berichtet DocCheckNews. Entsprechende Untersuchungen des Holtzman-Labors mit rund 150 Teilnehmern, zum Teil mit einer erblichen Vorbelastung für eine Alzheimer-Erkrankung, zeigen den dabei üblichen komplizierten Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. „Gestörter Schlaf in der Lebensmitte könnte die Aggregation von Proteinen verursachen und damit den Ausbruch der Krankheit. Die entsprechenden Schäden verursachen wiederum weitere Schlafstörungen“, sagt dazu Studienleiter David Holtzman.

Rund ein Fünftel der untersuchten Personen hatten Ablagerungen in ihrem Gehirn und zeigten eindeutig einen unruhigeren Schlaf als jene ohne diese Degenerationsmuster. In der Gesamtschlafdauer fanden die Wissenschaftler jedoch keine Unterschiede in den Gruppen.

Es gibt Hoffnung, dass sich der Verlauf von Krankheiten wie Alzheimer etwas abmildern lässt. Maßnahmen zur Schlafhygiene wie Verhaltenstraining oder der Einsatz von Schlafmitteln könnten zumindest in einigen Fällen zu einer Verbesserung beitragen. Regelmäßige Bewegung im Freien und Selbstdisziplin helfen ebenfalls. Den Verfall des Nervensystems aufhalten, das können alle diese Maßnahmen aber nicht.

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