Geld für die Familie: Überweisungen in die Türkei in 14 Jahren um 90% gesunken

2,8 Millionen türkische Auswanderer schickten im Jahr 1998 noch rund 2,8 Milliarden Dollar in die alte türkische Heimat. 2012 ist daran nicht einmal mehr im Ansatz zu denken. Zwar ist die Zahl der Migranten auf 4,3 Millionen gestiegen. Doch nach Hause flossen nur noch 961 Millionen.

Die Überweisungen von im Ausland lebenden Türken zu ihren Familien in die Türkei sind nach Angaben der Weltbank in den vergangenen 14 Jahren um 90 Prozent zurückgegangen.

Schickten die Migranten im Jahr 1998 noch 8,2 Milliarden US-Dollar in die alte Heimat, fiel die Summe 2012 mit gerade einmal 961 Millionen weitaus bescheidener aus. Und das, obschon die Anzahl der Türken, die im Ausland lebten auf 4,3 Millionen gestiegen sei, so das Portal Worlbulletin. 2012 gingen auch die ausländischen Investitionen zurück (mehr hier).

Geschuldet sei dieser Rückgang an Zuwendungen zum einem den derzeitigen Lebensbedingungen der im Ausland lebenden Türken. Viele von ihnen hätten mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen und würden unterhalb der Armutsgrenze leben. Auf der anderen Seite würden diejenigen, die ins Ausland gingen, ihr Geld selbst für den Aufbau eines Lebens vor Ort benötigen. Zum Beispiel für den Bau eines Hauses oder andere Investitionen.

Unterdessen läuft am kommenden Mittwoch die Bewerbungsfrist für diejenigen ab, die von neuen Amnestieregelung profitieren wollen. Diese wurde erst am 22. Mai vom türkischen Parlament verabschiedet. Sie ist so konzipiert, dass sie wohlhabenden Türken Anreize verschafft, ihre im Ausland deponierten Gelder zurück in die Türkei zu transferieren, ohne dafür Strafsteuern und Geldstrafen zahlen zu müssen. Unter Berufung auf die neue Regelung werden nur zwei Prozent Gebühren auf das entsprechende Kapital fällig, während anderenfalls 30 bis 40 Prozent Steuern drohen würden. Ebenso kommen diejenigen um eine genaue Untersuchung ihres Vermögens herum.

Zuletzt wurde ein solches Programm in der Türkei 2009 aufgelegt, um die Auswirkungen der globalen Finanzkrise abzufangen. Auf diese Weise flossen damals rund 50 Milliarden Türkische Lira, umgerechnet etwa 28 Milliarden US-Dollar zurück in die Türkei.

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