Abenteuerlustige Holländer: Mit dem Esel bis zur Hagia Sophia

Sie ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Türkei des Jahres 2012: Doch jetzt hat die weltbekannte Hagia Sophia in Istanbul zwei ungewöhnliche Gäste empfangen. Die beiden Niederländer Nichon und Sven absolvierten einen strapaziösen Fußmarsch von Sofia bis zur Hagia Sophia. Immer mit dabei: Ein treuer Esel Jackie.

Es gibt Urlauber und es gibt Reisende. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen ist immens. Während die einen den Flieger besteigen, um in der Ferne Erholung und Entspannung zu suchen, ziehen die anderen los, um fremde Länder zu erkunden, Abenteuer zu erleben und Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.  Zu letzteren gehören auch die beiden Niederländer Nichon Glerum und Sven Jense. Gemeinsam mit ihrem Esel marschierten sie 800 Kilometer vom bulgarischen Sofia bis zur Istanbuler Hagia Sophia.

Niederländer wandern auf dem „Sultans Trail“

Ganze 3,345,347 Gäste haben eines der Wahrzeichen der Bosporus-Metropole allein 2012 besucht. Doch für diese beiden Herrschaften darf durchaus das Prädikat „außergewöhnlich“ herangezogen werden. Die beiden jungen Leute, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, hatten vor allem zwei Ziele: Zum einen galt es, einen Teil einer der jüngst gegründeten Kulturrouten in der Türkei, den neuen Weltwanderweg namens „Sultans Trail“ zu erkunden, der auf einer Länge von 2.200 Kilometern von Wien nach Istanbul durch Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien und die Türkei führt. Zum anderen haben sich die beiden zum Ziel gesetzt, Vorurteile über Roma aus dem Weg zu räumen. Es galt, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, über Musik und Kulinarik das vorhandene Eis zu brechen und am Ende des Tages vielleicht sogar ein interkulturelles Kochbuch zu schreiben.

Anfangs legte das abenteuerlustige Duo gerade einmal 15 Kilometer am Tag zurück. Zu viel Gepäck galt es zu schultern. Unter anderem eine Geige samt Geigenkoffer, die Sven auf jeden Fall dabei haben wollte. Eigentlich ein typischer Anfängerfehler. Doch der Plan war ursprünglich auch ein anderer. Bereits in Bulgarien hatten sie vorgehabt, einen Esel zu kaufen. Doch fündig wurden sie nicht. Erst in der Türkei kamen sie schließlich für ein Entgeld von 300 Euro zu ihrem tierischen Weggefährten namens Jackie, der ihre Tagesdistanz auf einen Schlag verdoppelte.

Und dieser sollte sich im Laufe der Reise noch als echter Glücksgriff herausstellen. Wurde Jackie doch zu einer echte Vermittlerin zwischen den Reisenden und den Menschen, die ihnen auf ihrer Route begegneten. Überall, wo sie gesehen wurde, reagierten diese herzlich und begrüßten sie mit offenen Armen.

Nun arbeiten sie am nächsten Ziel ihrer Reise, ein echtes Kochbuch zu verfassen, in dem Geschichten, Rezepte und Photographien vereint werden. Fest steht jedoch schon jetzt: Diese beiden haben sich einen echten Traum erfüllt. Wie Figuren des bekannten Autors Hermann Hesse wanderten sie durch die Welt, trafen von Zeit zu Zeit die unterschiedlichsten Personen und erlebten fortwährend immer neue Überraschungen.

Aufgeschrieben haben die beiden ihre Geschichten übrigens auf proflog.eu und auf ihrer Facebook-Seite.

Mehr zum Thema:

Mehr als 3000 Stück: Istanbul ist der türkische Hotspot für Moscheen
Hagia Sophia als Moschee? Türkisches Parlament beschäftigt sich mit Antrag
Hagia Sophia: Museum ist meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Türkei 2012

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.