Raubmord-V​orwurf: Türkei will Autor Doğan Akhanlı verhaften lassen

Doğan Akhanlı, türkischstämmiger Autor aus Köln, soll vor 24 Jahren einen Raubmord in Istanbul begangen haben. Ein türkisches Gericht hat ihn in Abwesenheit verurteilt und verlangt nun seine Auslieferung. Doch Deutsche im Sinne des Grundgesetzes dürfen nicht ans Ausland ausgeliefert werden.

Die elfte Große Strafkammer von Istanbul hat einen internationalen Haftbefehl gegen den in Deutschland lebenden Autor Doğan Akhanlı beantragt.

Als Mitglied der linksextremen „Volksbefreiungsfront“ sei er 1989 an einem Überfall auf ein Wechselgeldbüro in Istanbul beteiligt gewesen. Bei dem Überfall wurde der Besitzer des Büros, İbrahim Yaşar Tutum, getötet. Akhanlı soll der führende Kopf der Gruppe gewesen sein, berichtet die Zeitung Radikal.

Er floh 1991 nach Deutschland und wurde 2001 deutscher Staatsbürger. 2010 wurde Akhanlı bei seiner Einreise in die Türkei festgenommen. Anschließend wurde der Prozess gegen ihn eröffnet. Doch er kam wieder frei und kehrte nach Deutschland zurück. Der gesamte Folgeprozess fand in Abwesenheit des Verdächtigen statt. Die Türkei beharrt auf einer Auslieferung des mittlerweile Verurteilten.

Nach Informationen der DTN hat das Bundesaußenministerium die Rechtslage gründlich geprüft und ist zu der Erkenntnis gekommen, dass diese im Fall Akhanlıs und der Türkei eindeutig sei. Der Artikel 16, Absatz 2 GG besagt, dass kein Deutscher an das EU-Ausland ausgeliefert werden dürfe. Daher schließt Deutschland Akhanlıs Auslieferung an die Türkei aus.

2011 sagte Akhanlı, dass er viele Unterstützer in Deutschland habe. „Diese Öffentlichkeit hat mich gerettet“, so der türkischstämmige Autor. Doch als Opfer sehe er sich nicht (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Akhanli: “Kann immer noch nicht glauben, dass ich in Sicherheit bin”
Deutscher Autor Akhanli bei Ausreise aus Türkei erneut schikaniert ‎
Kölner Autor Akhanli will Freispruch in der Türkei

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.