Russische Theorien: US-Labor in Georgien soll Schweinepest verbreiten

Der Chef der russischen Gesundheitsbehörde, Gennadi Onischtschenko, erhebt schwere Vorwürfe. Seiner Ansicht nach sei ein US-Labor in Georgien für die Verbreitung der Schweinepest im Land verantwortlich sein. Moskau hat die Einrichtung eines Krisenstabes bereits beschlossen.

Die russischen Behörden machen die US-Amerikaner für die  grassierende Schweinepest verantwortlich. Der Chef der russischen Gesundheitsbehörde, Gennadi Onischtschenko, sieht eine „Verbindung” zwischen der Ausbreitung der Krankheit in Russland und „einem leistungsfähigen biologischen Labor”, das die US-Streitkräfte in Georgien unterhalten. Derartige Vorwürfe gen Ausland, insbesondere in Richtung der Vereinigte Staaten, sind allerdings nicht neu.

Onischtschenko stützt seine Aussagen auf Beobachtungen von russischen Experten. Wie News Republic berichtet, hätten diese in der georgischen Einrichtung „Menschen, die an der Entwicklung einer biologischen Waffe arbeiten”, sehen können. Das ist keine zufällige, sondern eine genau durchdachte Aktion, die die Vernichtung der Wirtschaft im südlichen Russland zum Ziel hat“, zitiert auch die Stimme Russlands Onistschenko. Das sei von Georgien aus organisiert worden.

Derzeit sollen mindestens 65 russische Ortschaften von der Schweinepest betroffen sein.  Im Zuge dessen, so heißt es weiter, sei nun an diesem Dienstag von der russischen Regierung in Moskau beschlosssen worden, einen Krisenstab einzurichten. Die Nachrichtenagentur AFP zeigt sich angesichts der vorgetragenen Vermutungen allerdings skeptisch und schreibt: „Onischtschenko ist dafür bekannt, dem Ausland und vor allem den USA vorzuwerfen, gesundheitsgefährdende Lebensmittel nach Russland zu exportieren.“

Gefahr der Seucheneinschleppung in die EU

Während der Chef der russischen Gesundheitsbehörde noch spekuliert, befinden sich Russland und Weißrussland weiterhin im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest. Derzeit, so meldet topagrar, werde diskutiert, die Schweinehaltung in privaten Haushalten zu verbieten, da diese keine wirksamen Schutzmaßnahmen gegen die hoch ansteckende und tödlich verlaufende Tierseuche gewährleisten könne. „Schon 150 km vor der Grenze zu Polen und 40 km vor der Grenze zu Litauen wurden Ausbrüche der Tierseuche, gegen die es keinen Impfstoff gibt, festgestellt. Damit ist die Gefahr der Seucheneinschleppung in die EU deutlich gestiegen.“

Mittlerweile warne auch der Deutsche Bauernverband (DBV) vor der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest und den katastrophalen Folgen. Nicht nur die Seuchenbekämpfung sondern auch die damit verbundenen Einschränkungen des Fleischexportes, heißt es hierzu, würden die Land- und Fleischwirtschaft hart treffen. Deshalb begrüßt der DBV nun auch eine Verschärfung der Grenzkontrollen. Produkte aus nicht durchgegartem Fleisch wie Schinken oder Salami dürften, so der Verband, unter keinen Umständen in die EU eingeführt werden. Geteilt werden die Sorgen auch vom Europäischen Bauernverband Copa-Cogeca, der sich mit der Bitte um entsprechende Vorsichtsmaßnahmen bereits an die EU-Kommission gewandt hat.

Nach Angaben des Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist die Afrikanische Schweinepest anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden. Allerdings: „Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Klassische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko!“

Erster Infizierungsfall im Jahr 2008

Nach Ansicht des russischen Landwirtschaftsministeriums soll der Pesterreger mit Wildschweinen aus Georgien nach Russland gebracht worden sein. Über 400.000 Schweine, so heißt es, seien seit der ersten gemeldeten Infizierung im Jahre 2008 vernichtet worden. Onistschenkos Theorie hat übrigens einen ganz wesentlichen Hacken:  Denn in Georgien sollen bisher keine Infizierungsfälle festgestellt worden sein.

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