Steuerfahn​dung: Islamische​r Unternehme​r nimmt Koç Holding in Schutz

Mustafa Boydak ist ein islamisch-konservativer Unternehmer aus der Türkei. Er ist unzufrieden mit der aktuellen Steuerfahndung gegen die Koç Holding. Denn er hält nicht viel vom Freund-Feind-Denken in der freien Wirtschaft.

Die Boydak Holding gehört in der Türkei zu den Unternehmen, die zu den „islamischen Calvinisten“ gezählt wird. Im Gegensatz zu den alteingesessenen Istanbuler Großkonzernen sind jene erfolgreichen Geschäftsmänner aus Anatolien als islamisch-konservativ einzustufen. Zudem gelten sie als Konkurrenten der Koç- oder Sabancı Holding.

Doch die Boyak Holding ist offenbar ebenfalls unzufrieden mit der mutmaßlich politisch motivierten Steuerfahndung gegen die Koç Holding (mehr hier). Mustafa Boydak, Vorsitzender der Boydak Holding, sagt, dass Unternehmen, die die „Träger der Türkei“ sind, von allen Bürgern des Landes geschützt werden müssten.

Die Türkei versuche ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn aufzubauen. Die wichtigste Säule der Auslandsbeziehungen seien erfolgreiche türkische Unternehmen. Ohne sie sei eine nachhaltige wirtschaftliche- und politische Expansion nicht möglich.

„Es ist wichtig, dass wir uns durch innere Zwistigkeiten nicht selbst schwächen. Das Freund-Feind-Schema ist auf dem türkischen Markt unangebracht. Wir müssen unsere Kräfte bündeln“, zitiert die Hürriyet Boydak.

Offenbar möchte Mustafa Boydak von dem Streit um die wirtschaftliche Vorherrschaft zwischen Istanbuler Industrie- sowie Bankiersfamilien und der neuen aufstrebenden Ansammlung türkischer Geschäftsleuten aus Anatolien (mehr hier) nichts wissen.

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