Döner schlemmen ohne Reue: Zwei Studenten sagen Knoblauchatem den Kampf an

Hausmittelchen gegen Knoblauchgeruch gibt es jede Menge. Der eine schwört auf Pfefferminz, der nächste auf Milch. Türkische Hausfrauen setzen sogar auf Kartoffelbrei. Bekämpft wird das unangenehme Phänomen damit aber nur kurzzeitig. Der Griff nach dem sprichwörtlichen Strohhalm treibt jetzt auch kuriose Blüten. Zwei Bremer Studenten versuchen es mit eine eigens entwickelten Getränk und hoffen auf den großen Durchbruch.

Ob der versprochene Effekt am Ende tatsächlich eintritt, das sei einmal dahingestellt. Ein Schmunzeln im Gesicht erzeugt die Idee der beiden Studenten Jan Plewinski und Roman Will aus Bremen jedoch allemal. Denn: „Papa Türk“ lautet ihre erfrischende Antwort auf die unangenehmen Nebenwirkungen beim Verzehr eines der liebsten Speisen der Deutschen: Dem Döner. Die Erfindergeister wollen einen echten „Knobi-Killer“ entwickelt haben.

Knobi, Zwiebeln und Scharf?

Beschrieben wird ihr Getränk zum Döner als „orientalisch-minzig“. Der Anspruch, den die Jungunternehmer unter anderem über Facebook verbreiten: „Durch die neu entwickelte Chlorophyll-Erfrischungsformel werden Atem- und Essensgerüche neutralisiert.“ Döner mit Alles? Knobi, Zwiebeln und Scharf? Das, so ihr Versprechen, soll künftig kein Problem mehr sein.

Vorbild für „Papa Türk“ sind nach eigenen Angaben orientalische Teesorten. Genutzt werde zudem die natürliche Wirkung von Chorophyll, zu deutsch Blattgrün, das nicht wenigen bereits als Medikament gegen Mundgeruch aus der Apotheke bekannt sein dürfte. In etwa 30 bis 60 Minuten sollen die unliebsamen Gerüche, insbesondere die gefürchtete Knoblauchfahne, die durch das so genannte Allicin entsteht, verschwunden sein.

Vorwissen: BWL, Marketing, Desing

Noch steckt das Produkt, dessen Idee während eines launigen Kneipenabends im Herbst 2011 entstand, in der Testphase. Doch schon in einigen Wochen, so berichtet die Zeit, wollen die beiden 27-Jährigen „Papa Türk“ deutschlandweit verkaufen. Ganz ohne Vorwissen gehen sie ihr Anliegen übrigens nicht an. Will hat einen BWL-Bachelor und mehrere Praktika. Er macht, als die Idee geboren wurde, gerade seinen Master in Unternehmertum. Sein Kompagnon hat Design und Kommunikation studiert und ist Trainee im Bereich Social-Media-Marketing.

Lebensmittelchemie war zu Beginn der Entwicklungsphase allerdings für beide ein ziemliches Fremdwort. In der WG-Küche wurde gerührt, geschüttelt, gestampft und an den Mitbewohnerinnen getestet. Und dann: „Bei einem Chlorophyllanteil von 40 Prozent ist die Knoblauchfahne weg.“ Der Geschmack ließ allerdings noch schwer zu wünschen übrig. Unterstützung erhalten sie 2012 von Jan Schneider, Professor für Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, der sie mit Tobias Balke, ein Student der Getränketechnologie, zusammenbringt. Die Entwicklung von „Papa Türk“ wird Gegenstand einer Bachelorarbeit.

„Ab Anfang August 2013 bei deinem Döner-Mann“

Intensiv arbeiten alle Drei am Voranschreiten der Idee. Denn: Das Marktpotential ist immens. Ganze 16.000 Dönerbuden soll es in der Bundesrepublik geben. Das haben die Jungunternehmer herausgefunden. Der Verkauf während des Ramadans ist für ihre Inhaber übrigens die absolute Härte (mehr hier). Am Ende gelingt es dann doch. „Ab Anfang August 2013 bei deinem Döner-Mann“ ist derzeit auf ihrer Homepage zu lesen. Und hier wird sich weisen, ob eine anfängliche Schnappsidee tatsächlich gegen so manch altes Hausmittel von Milch über Kardamom bis Petersilie bestehen kann.

Wenn alle Stricken reißen, dann kann Mann oder Frau aber auch ganz einfach auf echte türkische Experten auf diesem Gebiet zurückgreifen. Diese empfehlen etwa Pfefferminztee, Kartoffelbrei , Möhren oder Grünen Tee. Von Dauer scheint allerdings nichts zu sein. „Letztendlich kommt man (…) nicht gegen die Knoblauchfahne an, da die Inhaltsstoffe auch über die Haut ausgedünstet werden“, sagt Gesa Maschkowski, Ernährungswissenschaftlerin beim aid infodienst.

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