Reaktion auf Kapitalflucht: Niedrige Steuern sollen türkisches Kapital zurückbringen

Die Türkei möchte den Kapitalabfluss ausländischer Anleger durch den Kapitalzufluss türkischer Anleger im Ausland ausgleichen. Das Auslandskapital von Türken soll durch eine niedrige Besteuerung ins Land fließen.

Die Kapitalflucht ausländischer Anleger im Zuge der Gezi-Park Proteste und der konjunkturellen Flaute drängt die Regierung dazu, Auslandskapital von Türken ins Inland zu locken.

Dazu wird mit einer niedrigen Steuer geworben, die auf das rückgeführte Kapital erhoben wird. Auf Gewinne aus ausländischen Beteiligungen und dem Verkauf solcher wird eine niedrigere Einkommenssteuer erhoben, berichtet das türkische Steuerportal verginet.net.

Ende Mai wurde ein Gesetz verabschiedet, das vorsieht, dass alle von Türken im Ausland gehaltenen Bargeldwerte, Gold, Devisen bis zum 31. Juli bei der Steuerbehörde angezeigt werden müssen. Daraufhin wird eine Steuer von zwei Prozent erhoben, die bisher 991 Millionen Lira (384 Millionen Euro) generieren konnte. Die Anzeigefrist wird nun bis Oktober verlängert, so die Hürriyet.

Hintergrund ist die andauernde Kapitalflucht ausländischer Anleger. Alleine im Juli wurden drei Milliarden Dollar aus der Türkei abgezogen, was die stark auf ausländisches Kapital angewiesene Wirtschaft besonders hart trifft. Besonders die Exportindustrie ist auf den Zufluss ausländischen Kapitals angewiesen, weil ein großer Teil des Exports auf vorhergehenden Importen basiert. Hinzu kommt der schwache Kurs der Lira, die den Ankauf von Devisen verteuert. Diese sind notwendig, um das Leistungsbilanzdefizit auszugleichen.

Der stellvertretende Premierminister bezifferte im April das Gesamtvolumen des türkischen Auslandskapitals auf 130 Milliarden Dollar. Offizielle Zahlen liegen jedoch nicht vor. Bislang konnten 25,8 Milliarden Dollar zurück ins Land gelockt werden. Ein weiteres Ziel dieser Maßnahme ist die Kapitalbasis der großen Holdings zu stärken.

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