Rushhour vor dem Zuckerfest: Türkische Busticket-Preise schnellen in die Höhe

Nur noch wenige Tagen, dann haben es die Gläubigen geschafft: Der Heilige Fastenmonat Ramadan neigt sich dem Ende entgegen. Über das Zuckerfest (Eid al-Fitr) freuen sich aber nicht nur all jene, die in den vergangenen Wochen Verzicht geübt haben. Auch türkische Busunternehmen reiben sich die Hände. Gut 30 Prozent schnellen ihre Ticketpreise derzeit in die Höhe.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Diese einfache Regel, die jeder Student der Betriebswirtschaftslehre bereits während seines ersten Semesters verinnerlicht, ist dieser Tage besonders deutlich zu beobachten. Das dreitägige Zuckerfest naht und mit ihm die Zeit für Familie und Freunde. In der Türkei haben sich nicht wenige beeilt, rechtzeitig Bustickets für die ausgelassenen Ferien mit der Familie zu besorgen. Doch die immense Nachfrage hat für die Reisenden einen unangenehmen Effekt: Eine Preissteigerung der Tickets um satte 30 Prozent.

Bedarf durch zusätzliche Linien decken

Während des dreitägigen Zuckerfestes, das die Muslime in diesem Jahr vom 8. bis zum 10. August begehen werden, planen nicht wenige Türken eine Reise in ihre Heimatstädte. Viel Zeit mit den Lieben oder einfach nur Ausspannen steht dann auf dem Programm. Mehr als sonst sind zu dieser Zeit Busreisen in die verschiedendsten Destinationen des Landes gefragt. Die Busunternehmen kommen nicht darum herum, zusätzliche Linien anzubieten, um dem Bedarf gerecht zu werden. Erst Mitte Juli gab es zudem einen neuen Benzinpreisrekord (mehr hier).

Im Augenblick, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, habe der türkische Bus-Markt einen Wert von 25 Milliarden Lira, umgerechnet etwa 9,7 Milliarden Euro. Die Busunternehmen beförderten rund 225 Millionen Langstrecken-Reisende und gut eine Milliarde Kurzstrecken-Reisende pro Jahr.

Busunternehmen müssen mit Bahn und Flugzeug mithalten

Mustafa Yıldırım, Präsident der Türkischen Vereinigung der Busunternehmer (TOFED), ist überzeugt: Die aktuelle Preissteigerung von 30 Prozent markiere eine Preisobergrenze. Mehr, so zitiert ihn das Blatt, würde die türkische Regierung den Unternehmern gar nicht erlauben. „Zu regulären Zeiten, verringern wir die Preise um 30 Prozent, um so überhaupt mit den Bahn- und Flugtickets mithalten zu können. Der aktuelle Preis ist also der Normalpreis.“

Unterdessen haben jedoch nicht nur die Bustickets angezogen. Auch die Inlandsflüge von Turkish Airlines sind für die Zeit zwischen dem 5. und 10. August teurer geworden. Die Fluggesellschaft hat bereits angekündigt, während der Feiertage 61 zusätzliche Flüge anzubieten. Auch die meisten Hotels sollen voll ausgelastet sein. Wenn man den Reiseagenturen glauben schenken darf, dann werden gut 15.000 Menschen ihre Ferien im Ausland verbringen, während jedoch ganze 200.000 innerhalb der Türkei unterwegs sein werden. Jolly Tour General Manager Figen Erkan spricht in diesem Zusammenhang übrigens von einer Nachfragesteigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders beliebt wären in diesem Jahr übrigens die Küstenstädte Kemer, Belek, Marmaris und Bodrum. Zu den Lieblingsplätzen im Ausland gehörten hingegen die Balkanländer, Italien und Spanien.

Trotz Proteste: Anstieg der Besucherzahlen

Auch sonst konnte die türkische Tourismusbranche allen (Protest-)Unkenrufen zum Trotz (mehr hier) zulegen. Wie das Kultur- und Tourismusministerium in der vergangenen Woche bekannt gab, seien die Besucherzahlen im Juni um 4,93 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

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