„Laylat ul Qadr“ im Islam: Die Nacht des Schicksals als Chance für Vergebung

In der „Nacht des Schicksals“ haben Muslime in aller Welt die Möglichkeit, die Vergebung ihrer Sünden zu erzielen. Nach islamischem Glauben lohnt es sich, bis in den Morgengrauen wach zu bleiben. Doch während die Menschen um Vergebung beten, dauert die Zerstörung der Stadt Mekka an.

Zum Ende des Ramadan findet eine besondere Nacht von Samstag auf Sonntag statt. Sie wird „Nacht des Schicksals“ („Laylat ul Qadr“) genannt. Nach islamischem Glauben wurden in jener Nacht dem Propheten Mohammed durch den Erzengel Gabriel zum ersten Mal Suren des Koran offenbart.

In der „Nacht des Schicksals“ „wird jede Sache entschieden – angenehmes und unangenehmes, Gehorsam und Ungehorsam, Geburt, Tod und Leben – die während des Jahres geschehen wird, bis zur nächsten `Nacht des Schicksals´“, sagt Imam Al-Baqir in dem Hadith-Buch Al-Kafi (Al-Kafi, Band. 4, Seite. 157).

Deshalb lohne es sich, die gesamte Nacht mit Gebeten wach zu bleiben. Die Nacht gilt als „Herz des Ramadan“. Sie soll „besser“ sein als tausend Monate. „In ihr steigen die Engel und Gabriel herab mit der Erlaubnis ihres Herrn zu jeglichem Geheiß. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte“, heißt es in der Sure 97 des Koran.

Der Prophet Mohammed empfiehlt folgendes Gebet für die Nacht des Schicksals: „Allahümme inneke afüvvün kerîmün tuhibbül afve fa’fü anni“ („Mein Gott, du bist barmherzig. Du ziehst es vor, Vergebung walten zu lassen. Vergib auch mir meine Sünden“).

Für die Einwohner der Stadt Mekka hat die „Nacht des Schicksals“ ebenfalls eine große Bedeutung. Im Innenhof der Heiligen Moschee in Mekka, Standort der Kaaba, werden sich Tausende zum Gebet einfinden. Doch die Straßen und das Panorama um die Heilige Moschee herum erscheint grotesk. Die heilige Stadt ist längst zu einer Handelsstätte geworden, die zugebaut wurde mit Wolkenkratzern und Hotels. Überall sind Baukräne zu sehen und der Bauboom hat kein Ende.

2002 ließ das saudische Königshaus eine Moschee, die dem Enkel von Mohammed zugeschrieben wird, einfach in die Luft gesprengt. In den vergangenen 20 Jahren wurden 95 Prozent der Altbauten in Mekka und Medina unwiederbringlich abgerissen.

Dazu gehört auch das Geburtshaus des Propheten, berichtet der Tagesspiegel. Dort steht jetzt eine Bibliothek. Auch das Wohnhaus seiner ersten Frau Chadidscha wurde abgerissen. Es musste einer öffentlichen Toilettenanlage weichen.

Mehr zum Thema:

Ramadan in Istanbul: Abdullah Gül beim Fastenbrec​hen mit Aleviten
Ramadan: Die Gelegenheit, dem Glimmstengel abzuschwören
Das Ende des Ramadan: Muslime und Christen feiern gemeinsam

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.