Judenwitze und Hitlervere​hrung: Justiz prüft Verfahren gegen katholisch​e Studenten

Die Staatsanwaltschaft in Würzburg prüft Klagen gegen zwei angehende katholische Priester. Sie sollen aufgrund rechtsradikaler Umtriebe aufgefallen sein. Die beiden Verdächtigen wurden zuvor vom Priesterseminar Würzburg ausgeschlossen. Zudem sollen sie Mitglieder einer Studentenverbindung sein. Doch auch die lässt die Mitgliedschaft der Betroffenen bis zur Klärung der Vorfälle ruhen.

Die Staatsanwaltschaft in Würzburg prüft eine Klage gegen zwei katholische Studenten des Priesterseminars Würzburg. Einem der werdenden Priester werden antisemitische und rassistische Äußerungen vorgeworfen. Der andere hatte ein Rock-Konzert der umstrittenen Band Frei.Wild besucht. Beide wurden aus dem Priesterseminar ausgeschlossen.

„Die Sachverhalte, auf die wir uns konzentrieren, sind das Erzählen von KZ-Witzen und das Zeigen des Hitlergrußes“, zitiert die Main Post den leitenden Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Würzburg, Dieter Geuder.

Geprüft werden die Voraussetzungen des § 130 StGB Volksverhetzung. Dafür ist die Störung des „öffentlichen Friedens“ maßgeblich. Doch der Richter am Oberlandesgericht Bamberg, Johannes Ebert, sagt, dass die „KZ-Witze“ nicht in der Öffentlichkeit erzählt wurden, sondern im Beisein von Mitstudenten.

Ein Hitlergruß ist hingegen immer strafbar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden. Wer die rechte Hand zum Hitlergruß austreckt, erfüllt den Tatbestand des § 86 a StGB.

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann, sagte zuvor, dass der Rock-Konzert-Gänger auch Uniformen des Dritten Reichs bewundere und bisher keine Einsicht gezeigt habe, berichtet main-netz.de. Die beiden Betroffenen sollen noch des Öfteren mit rechtsradikalem Gedankengut aufgefallen sein.

Katholische Studentenverbindung distanziert sich von Rassismus

Zudem sollen sie Mitglieder in der katholischen Studentenverbindung Franco-Raetia sein.

In einer Stellungnahme auf der Homepage der Franco-Raetia heißt es:

„ (…) Mit aller Deutlichkeit weisen wir im Namen der aktiven Studierenden und der Alten Herren der Verbindung Berichte oder Gerüchte über angebliche rechtsradikale Vorkommnisse in unserem Haus zurück. Die Mitgliedschaft der im Priesterseminar Würzburg vom Vorwurf des Rassismus betroffenen Bundesbrüder ruht bis zur Klärung durch die bischöfliche Kommission.“

Tatsächlich haben sich die katholischen Studentenverbindungen im Cartellverband (CV) in der Vergangenheit immer wieder von Rassismus distanziert. Obwohl die konfessionelle Zugehörigkeit zum Katholizismus eine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im CV ist, lehnt der Verband die ethnische Abstammungsfrage ab. Das geht aus einer offiziellen Mitteilung aus dem Jahr 2011 hervor. Zudem ist der Verband nicht-schlagend.

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