Snowden-Asyl in Russland: Obama ist enttäuscht von Moskau

US-Präsident Obama wird am G-20 Gipfel in Russland teilnehmen, zeigte sich aber enttäuscht über die Entscheidung aus dem Kreml, Whistleblower Edward Snowden Asyl zu gewähren. Moskau zeige „die Mentalität des Kalten Krieges“.

Barack Obama hat Russlands Präsident Putin vorgeworfen, nicht ausreichend mit den USA in der Frage um die Auslieferung Edward Snowdens kooperiert zu haben. „Es hat Zeiten gegeben, in denen sie (Russland) in die Denkweise und Mentalität des Kalten Krieges zurückfallen“, sagte Obama in der Tonight Show des US-Senders NBC.

Russland hatte zuvor dem Enthüller der Späh-Affäre des US-Geheimdienstes NSA, Edward Snowden, ein Jahr lang Asyl gewährt und Forderungen der Amerikaner nach einer Auslieferung des Whistleblowers ignoriert.

Der Kalte Krieg liege jedoch in der Vergangenheit. „Wir müssen an die Zukunft denken. Und es gibt keinen Grund, warum wir nicht in der Lage sein sollten, besser miteinander zu kooperieren, als wir es tun“, sagte Obama.

Bei der Terrorbekämpfung gelinge die Zusammenarbeit jedoch sehr gut. Obama hat wegen aktueller Terrorwarnungen etliche Botschaften der USA schließen lassen. Die Terrordrohungen hätten gezeigt, wie wichtig das Thema Überwachung für die nationale Sicherheit sei.

Unklar ist, wie viele geheime Informationen Snowden über die NSA noch bereithält. Weitere Enthüllungen oder eine Zusammenarbeit Snowdens mit der russischen Regierung könnte den USA diplomatisch weiteren Schaden zufügen.

Währenddessen hat US-Präsident Obama ein geplantes Treffen mit Putin in Moskau abgesagt, berichtet die New York Times. Obama wird vom 5. bis zum 6. September am G20-Gipfel in St. Petersburg teilnehmen. Ursprünglich stand auch ein Besuch beim Kreml-Chef auf seinem Terminplan.

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