Schrecken zum Ramadanfest: Samsun von schweren Überschwemmungen heimgesucht

Ausgerechnet zum Ende des Ramadans wird die Schwarzmeer-Provinz Samsun von wahren Sturzfluten heimgesucht. Die durch heftige Regenfälle verursachten Wassermassen haben sich ihren Weg vor allem nach Atakum gebahnt. Bisher wurden mehrere Wohnhäuser und Betriebe beschädigt.

Für die Menschen in Samsun hat das Eid al-Fitr keinen guten Anfang genommen. Im Bezirk Atakum haben heftige Regenfälle echte Sturzfluten verursacht. Die Bevölkerung steht knietief im Wasser.

Gegen ein Uhr am Donnerstagmorgen hatte schwerer Regen eingesetzt. Nicht wenige wurden von den Wassermassen geweckt, die sich mittlerweile den Weg in zahlreiche Untergeschosse gebahnt hatten.

„Viele Häuser und Betriebe wurden beschädigt und Straßen wurden gesperrt, als die Kanalisation und die Flüsse wegen der starken Regenfälle überliefen“, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Betroffen sei auch die Hauptstraße zwischen Samsun und Sinop. Zum Erliegen sei auch der Schienenverkehr nach Atakum.

Die Bewohner der überfluteten Wohnungen haben sich noch in der Nacht gemeinsam mit Teams der Gemeinde daran gemacht, Schadensbegrenzung zu betreiben und das Wasser schnellstmöglich wieder abzupumpen.

Mittlerweile, so das Blatt weiter, hätten auch die Gemeinden zahlreiche Beschwerden erreicht. Bürgermeister Yusuf Ziya Yılmaz habe die Vorwürfe jedoch zurückgewiesen. Immer wieder hätte man die Menschen davor gewarnt, die Untergeschosse zu beziehen. Etagen unter dem Meeresspiegel dürften einfach nicht gebaut werden. Diesmal, so Yılmaz, sei alles glimpflich abgelaufen. Sofort hätte man alle notwendigen Schrite unternommen.

Gebannt ist die Gefahr aber offenbar noch nicht. Die türkische Generaldirektion für Meteorologie hat die Einheimischen bereits davor gewarnt, dass im Verlauf des Tages weitere heftige Regenfälle zu erwarten seien.

Samsun erlebt solche Szenen unterdessen nicht zum ersten Mal. Noch in allzu guter Erinnerung sind die verheerenden Bilder des Jahres 2012. Damals haben zivilgesellschaftliche Gruppierungen und die Opposition die türkische Regierung scharf für ihre Rolle in der Flutkatastrophe von Samsun kritisiert. Die schweren Regenfälle hatten zahlreiche Tote, darunter auch mehrere Kinder (mehr hier), und einen hohen Materialschaden gefordert. Im Fadenkreuz stand vor allem ein neuer Wohnkomplex, der von der türkischen Wohnungsbaubehörde TOKİ errichtet wurde und eventuell zu nah am Flussufer stand (mehr hier).

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