Turkish Airlines: Zwei türkische Piloten im Libanon entführt

Ein Pilot der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines und sein Kollege wurden im Libanon entführt. Die beiden Männer waren am frühen Freitagmorgen mit einem Bus vom Flughafen in Beirut aus unterwegs, als sie von einer bewaffneten Gruppe gestoppt wurden. Die diplomatischen Drähte laufen auf Hochtouren. Der Hintergrund ist unklar.

Ein Entführungsfall im Libanon sorgt an diesem Freitagmorgen für Aufregung. Bei den vermissten Personen handelt es sich um einen Piloten der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines und seinen Co-Piloten. Wie das türkische Außenministerium und die Fluggesellschaft mitteilten, stünde man in engem Kontakt mit den libanesischen Behörden. Es gebe aber keine unmittelbaren Informationen, wer hinter den Entführung stecke. Auch über das Befinden der beiden Männer sei bisher nichts bekannt.

Täter und Intention unklar

„Wir haben sofort und auf allen Ebenen Kontakt mit den libanesischen Behörden aufgenommen (…) Diese führen eine umfassende Untersuchung durch“, zitiert Reuters den Sprecher des türkischen Außenministeriums Levent Gümrükcü. „Bisher wissen wir nicht, wer es getan hat oder zu welchem ​​Zweck.“ Der Rest der Crew sei sicher in einem Hotel in Beirut untergekommen und werde in Kürze zurück in die Türkei gebracht. Unter anderem, so teilte der libanesische Außenminister Marwan Charbel, werde derzeit auch der Fahrer der Crew befragt.

Nach Angaben eines türkischen Diplomaten seien die beiden Türken etwa gegen drei Uhr morgens entführt worden, als die Täter das Fahrzeug der Turkish Airlines Crew gestoppt hatte. Die Gruppe war unterwegs zu ihrem Hotel in der libanesischen Hauptstadt. Laut der türkischen Nachrichtenagentur Doğan handelt es sich bei den beiden Opfern um den Piloten Murat Akpınar und seinen Kollegen Murat Ağca.

Spekulation über Zusamemnhang mit früherer Entführung

Bisher ist unklar, wer hinter dem jüngsten Entführungsfall im Libanon steckt. Ende Mai vergangenen Jahres hatten jedoch Aufständische im nordsyrischen Aleppo mindestens 13 libanesische Staatsbürger entführt. Bei den Entführten, so berichtete euronews, handle es sich um libanesische Schiiten. Nach Angaben ihrer Angehörigen in Beirut hätten sie sich auf der Rückfahrt von einer Wallfahrt in den Iran befunden, als ihr Bus von den Rebellen überfallen worden sei. Die Angehörigen, so Reuters, hätten darauf hin Ankara gedrängt, intensivere Bemühungen anzustellen, um die verbliebenen neun Entführungsopfer freizubekommen. Proteste soll es im Zuge dessen auch vor dem Turkish Airlines Büro in Beirut gegeben haben.

Erst in der vergangenen Woche habe ein politischer Insider der Nachrichtenagentur nun erklärt, dass die libanesischen Behörden Informationen hätten, wonach die Angehörigen der libanesischen Häftlinge planten, türkische Geiseln zu nehmen. Libanesischen Medien zitierten jedoch einen Sprecher der Familien, der betonte, dass es zum aktuellen Fall keine Verbindung gebe.

Ein Mitte August 2012 im Libanon von einem schiitischen Clan entführter türkischer Geschäftsmann kam erst nach einem Monat wieder auf freien Fuß (mehr hier).

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