Attentat auf Moschee vereitelt: Französische Polizei nimmt Soldaten fest

Die französische Polizei hat einen jungen Soldaten festgenommen. Er wird verdächtigt, ein Attentat auf eine Moschee in der Nähe von Lyon geplant zu haben. Aufmerksam wurden die Behörden durch Hinweise aus den Reihen seiner Angehörigen.

Die französische Polizei hat offenbar ein Attentat auf eine Moschee in der Nähe von Lyon vereitelt. Wie das französische Innenministerium am Sonntag mitteilte, hätten die Beamten einen jungen Soldaten festgenommen, der entsprechende Pläne gehabt haben soll.

Bereits 2012 Attacke auf Moschee

Der 23-Jährige soll nach Einschätzung der Ermittler enge Verbindungen zum radikalen rechten Rand haben. Verhaftet wurde er auf seinem Luftwaffenstützpunkt Lyon Mont Verdun. Bereits am Mittwoch vergangener Woche, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, sei er in U-Haft genommen worden. Zudem wurde gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes und der Anschlags-Planung gegen eine religiöse Stätte in Verbindung mit einer „terroristischen Vereinigung“ erhoben.

Nach Angaben von Justizbeamten habe er den Ermittlern gestanden, Schüsse auf die Minguettes Moschee in Venissieux, einem Vorort von Lyon, abgeben zu wollen. In die Tat umsetzen wollte er sein Vorhaben am vergangenen Donnerstag zum Ende des heiligen Fastenmonats Ramadan. Außerdem soll er zugegeben haben, im August vergangenen Jahres einen Brandsatz vor die Tür eine Moschee in Libourne geworfen zu haben. Verletzt wurde damals niemand. Es soll auch keine Schäden gegeben haben.

Anti-muslimische Stimmung in Frankreich

Auf ihn aufmerksam gemacht wurden die Polizeibeamten durch Angehörige des Soldaten. Diese hatten verdächtige Dokumente bei ihm gefunden und darauf hin die Polizei verständigt. Mit seiner Antipathie ist der junge Mann allerdings nicht allein. Mehr als die Hälfte der Franzosen betrachtet Muslime als Bedrohung (mehr hier).

Anti-muslimische Angriffe und Beleidigungen nehmen in Frankreich seit einigen Jahren stetig zu. Schuld daran sei nach Ansicht des Kollektivs gegen Islamfeindlichkeit in Frankreich (CCIF) vor allem das Verhalten einiger Politiker. Sie stellen den Islam als Problem für die französische Gesellschaft dar und gewinnen dadurch sogar Stimmen (mehr hier).

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