Rassismus via Twitter: Türkischer Olympiagewinner Rıza Kayaalp wird sechs Monate gesperrt

Erneut wird die türkische Sportwelt von einem Skandal erschüttert. Ging es zuletzt um zahlreiche Dopingfälle, sorgt jetzt der Olympiasieger Rıza Kayaalp für Schlagzeilen. Der Ringer wurde vom Ringer Weltverband (FILA) mit sofortiger Wirkung für sechs Monate gesperrt. Der Grund: Vor gut drei Wochen hatte er sich auf Twitter rassistisch gegen Armenier und Griechen geäußert.

Der türkische Olympiasieger im Ringen, Rıza Kayaalp, hat in Twitter-Nachrichten offenbar gezielt gegen Griechen und Armenier gewettert. Wie ein Interview mit FILA- Präsident Nenad Lalovic offenbarte, sei es während der Gezi-Park-Proteste zu den verbalen Ausfällen des Spitzensportlers gekommen. Der Ringer Weltverband (FILA) zog nun die Konsequenzen. Ab sofort ist Kayaalp für ein halbes Jahr gesperrt.

Der Europa-und Weltmeister, der zuletzt bei den Olympischen Spielen in London 2012 Bronze gewann, beschuldigte die Armenier, die Wurzel der Gezi-Park-Proteste zu sein. Die entsprechenden Tweets, so berichtet die türkische Hürriyet, habe er später gelöscht. Unter anderem soll er geschrieben haben: „Ihr habt die Straßen gerade den Armeniern überlassen. Ihr v*** Verräter und ihr v*** Verräter.“

Im Gespräch mit er griechischen Zeitung Ekathimerini erklärte FILA- Präsident Nenad Lalovic darauf hin bereits am 26. Juli, dass Kayaalp wegen seiner rassistischen Tweets von internationalen Wettkämpfen suspendiert sei. „Die FILA-Richter verhängten eine sofortige Sperre über sechs Monate. Er hat das Recht, Berufung einzulegen.“ Lalovic gab an, selbst nicht die genauen Details zu kennen, da er in solche Vorgänge nicht involviert sei. Er selbst kenne jedoch den türkischen Sportler und wüsste, dass er ein junger Mann und ein guter Ringer sei. Er sei schockiert über die Vorgänge, glaube aber auch an eine besondere emotionale Lage zum fraglichen Zeitpunkt. „Ich bin nicht sicher, ob er wirklich so denkt“, so Lalovic. Er müsse hier aber auch nicht richten. Die Untersuchungen würden jedenfalls weiterlaufen.

Noch zur der Eröffnung der Mittelmeerspiele im vergangenen Monat in Mersin war der Ringer ausgewählt wurden, die türkische Flagge zu tragen.

Wie erst in der vergangenen Woche bekannt wurde, hat der Disziplinarausschuss des Türkischen Leichtathletik-Verbandes (TAF) insgesamt 31 türkische Athleten wegen Dopings für zwei Jahre von allen Wettbewerben ausgeschlossen (mehr hier). Unter ihnen, so berichtet Worldbulletin, ist auch der Olympiasieger im Hammerwerfen Esref Apak. Die laufenden Untersuchungen, so heißt es weiter, beträfen allerdings nicht die Fälle von Olympiasiegerin Asli Cakir Alptekin, Europameisterin Nevin Yanit (mehr hier) sowie die Athletin Pinar Saka.

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