Türkei und Russland: Handelsvol​umen soll verdreifac​ht werden

Russland möchte seine Handelsbeziehungen mit der Türkei ausbauen. Dabei soll das Handelsvolumen von 34 Milliarden US-Dollar auf 100 Milliarden US-Dollar erhöht werden. Doch Moskau möchte, dass Ankara der Hauptabnehmer für russisches Gas wird.

Der russische Botschafter in Ankara, Andrei Karlow, schaut optimistisch in die Zukunft der russisch-türkischen Beziehungen. Im Vordergrund steht dabei der bilaterale Handel.

Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern betrug im vergangenen Jahr 34 Milliarden US-Dollar. Karlow sagt, dass es das Ziel Russlands sei, das Handelsvolumen bis 2020 auf 100 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Moskau würde sich „freuen“, wenn die Türkei zum Hauptabnehmer russischer Energieträger wird.

Mehr türkische Touristen nach Russland

Doch auch der kulturelle Austausch stehe im Vordergrund. „Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig näher kennenlernen. Wir wünschen und mehr türkische Touristen“, zitiert Haberturk Karlow. Deshalb werde Moskau in naher Zukunft ein „Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur“ in Ankara gründen.

Derzeit kämen jährlich insgesamt 3,6 Millionen russische Touristen in die Türkei. Das Interesse der Türken an Russland sei nur gering. Er erhoffe sich, dass sich zwischen den Russen und den Türken eine „wahre Freundschaft“ entwickelt. Das werde sich nur zum Vorteil der gesamten Region auswirken. Die geplante Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen müsse sich ebenfalls auf die gesamte Region erstrecken. Ankara und Moskau könnten gemeinsam viel bewegen.

Ankara will nicht auf Moskau verzichten

Der türkische Wirtschafts-Analyst der Online-Zeitung „The Lira“, Cenk Başlamış, sagt, dass Russland ein vertrauenswürdiger Lieferant sei. Mit Teheran habe Ankara in der Vergangenheit immer wieder Probleme bei der Einhaltung von Preisabsprachen gehabt.

Der Umstand, dass Russland den Auftrag zum Bau des ersten Atomkraftwerks in der Türkei sei eine politische Entscheidung der türkischen Regierung. Ankara möchte auch in Zukunft ein wichtiger Kunde von russischen Energieträgern bleiben. Doch damit könnte auch die politische Abhängigkeit der Türkei zu Russland weiter anwachsen.

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